6.1a Wellenexperimente
Sieben Experimente am Seil und an der Feder — Störungen, Wellen und stehende Wellen zum Selbst-Einstellen.
- eine einzelne Störung (Puls) und eine harmonische Welle am Seil und an der Spiralfeder beobachten — und die Bewegung der Teilchen von der Bewegung der Welle unterscheiden
- Momentbild \(y(s)\) und Zeitdiagramm \(y(t)\) derselben Welle gegenüberstellen und daraus \(\lambda\) bzw. \(T\) ablesen
- die Reflexion am festen und am losen Seilende vorhersagen und überprüfen
- die Überlagerung (Superposition) zweier Störungen konstruieren — konstruktiv und destruktiv
- stehende Wellen erzeugen und die Eigenschwingungen einer eingespannten Saite (Grundton, Obertöne) untersuchen
Diese Seite ist die Werkstatt zu 6.1 Wellen — die Grössen \(\lambda\), \(T\), \(f\) und \(c\) stehen dort. Aus dem Vorwissen gebraucht werden das Lesen von Diagrammen (Momentbild und Zeitdiagramm werden hier dauernd nebeneinandergelegt) und die Vorsilben für Hz und kHz.
🎯 Lernziele — das kann ich nach dieser Seite
- Ich kann beschreiben, wie ein Puls durch ein Seil läuft — und was dabei ein einzelnes Seilstück macht.
- Ich kann Momentbild \(y(s)\) und Zeitdiagramm \(y(t)\) auseinanderhalten und \(\lambda\) bzw. \(T\) daraus ablesen.
- Ich kann Transversal- und Longitudinalwellen an derselben Teilchenkette unterscheiden.
- Ich kann die Reflexion am festen und am losen Ende vorhersagen.
- Ich kann die Überlagerung zweier Störungen konstruieren und erklären, warum sich Wellen ungestört durchdringen.
- Ich kann erklären, wie stehende Wellen entstehen, und \(\lambda_n\) und \(f_n\) einer eingespannten Saite berechnen.
Einstieg — ein Ruck am Seil
Binde ein Seil an eine Türklinke, spanne es leicht und gib am freien Ende einen einzigen kurzen Ruck nach oben. Ein Buckel läuft durch das Seil zur Tür — obwohl kein Stück Seil mitwandert. Jedes Seilstück hebt sich nur kurz und senkt sich wieder; weitergereicht wird allein die Störung. Genau das ist der Kern jeder Welle: Die Form wandert, das Material bleibt.
- Seil oder Gummiband: ein kurzer Ruck quer zum Seil — der Buckel läuft als Transversalpuls davon.
- Spiralfeder (Slinky): ein kurzer Stoss längs der Feder — eine Verdichtung läuft als Longitudinalpuls durch die Windungen.
- Stadion-La-Ola: jede Person steht nur kurz auf und setzt sich wieder — trotzdem läuft die «Welle» einmal ums Stadion.
In der ersten Animation läuft genau so ein Puls durch ein \(8\;\text{m}\) langes Seil. Oben siehst du das Momentbild \(y(s)\) — die Form des Seils jetzt gerade. Unten schreibt das markierte Teilchen bei \(s = 5\;\text{m}\) seine eigene Bewegung \(y(t)\) mit, wie ein Messschreiber.
✏️ Mini-Check
Ein Puls läuft durch ein Seil. Was macht ein Seilstück, nachdem der Puls vorbeigelaufen ist?
- Es wandert mit dem Puls weiter.
- Es bleibt an seinem Ort in Ruhe.
- Es schwingt dauerhaft weiter.
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Eine Welle transportiert , aber keine Materie.
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Ein Puls braucht für ein \(12\;\text{m}\) langes Seil \(4\;\text{s}\). Wie gross ist \(c\)?
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Bei der La-Ola im Stadion: Was «läuft» ums Stadion, und was bleibt am Platz?
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Vom Wackeln zur Welle
Bewegt man das Seilende nicht einmal, sondern periodisch auf und ab (eine Hand, die gleichmässig wackelt), reiht sich Puls an Puls: Es entsteht eine harmonische Welle. Jedes Teilchen übernimmt die Bewegung seines Nachbarn mit einer kleinen Verzögerung — deshalb schwingen benachbarte Teilchen phasenversetzt, und das Muster wandert mit \(c\) nach rechts.
In einer Periode \(T\) macht der Erreger genau eine volle Schwingung — und die Welle rückt dabei genau um eine Wellenlänge \(\lambda\) weiter. Mit \(f = 1/T\) folgt:
\[ \lambda = c \cdot T = \frac{c}{f} \qquad\Longleftrightarrow\qquad c = \lambda \cdot f \]Die Geschwindigkeit \(c\) ist eine Eigenschaft des Mediums (Seil, Feder, Spannung) — der Erreger bestimmt nur \(f\) und die Amplitude \(A\). Wackelt man schneller, wird die Welle also enger, nicht schneller.
❓ Was passiert mit der Wellenlänge, wenn du die Frequenz des Erregers verdoppelst?
Sie halbiert sich. Die Geschwindigkeit \(c\) ist eine Eigenschaft des Mediums und bleibt gleich — mit \(\lambda = c/f\) bedeutet doppelte Frequenz halbe Wellenlänge. Probiere es in Animation 2: \(f = 1.0\;\text{Hz}\) ergibt \(\lambda = 2\;\text{m}\), \(f = 2.0\;\text{Hz}\) ergibt \(\lambda = 1\;\text{m}\).
✏️ Mini-Check
Der Erreger schwingt schneller (grösseres \(f\)), das Seil bleibt dasselbe. Was passiert mit \(\lambda\)?
- \(\lambda\) wird grösser.
- \(\lambda\) wird kleiner.
- \(\lambda\) bleibt gleich.
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In einer Periode \(T\) rückt die Welle genau um eine weiter.
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Seilwelle mit \(c = 2\;\text{m/s}\) und \(f = 0.8\;\text{Hz}\). Wellenlänge?
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Warum schwingen zwei benachbarte Teilchen der Kette fast, aber nicht genau gleich?
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Die zwei Gesichter der Welle: \(y(s)\) und \(y(t)\)
Eine Welle hängt von zwei Variablen ab: vom Ort \(s\) und von der Zeit \(t\). Die vollständige Beschreibung ist eine Funktion von beiden:
\[ y(s, t) = A \cdot \sin\!\left( 2\pi \left( \frac{t}{T} - \frac{s}{\lambda} \right) \right) \]Ein Diagramm kann aber nur eine Variable auf der Achse zeigen. Deshalb gibt es zwei «Gesichter» derselben Welle:
- Momentbild \(y(s)\): die Zeit ist eingefroren (\(t = \text{const.}\)) — ein Foto des ganzen Seils. Hier liest man die Wellenlänge \(\lambda\) ab (Berg zu Berg auf der \(s\)-Achse).
- Zeitdiagramm \(y(t)\): der Ort ist festgehalten (\(s = \text{const.}\)) — der Mitschrieb eines Teilchens. Hier liest man die Periode \(T\) ab (Maximum zu Maximum auf der \(t\)-Achse).
Beide Diagramme zeigen eine Sinuskurve — aber die Achsen sind verschieden! Der Abstand zweier Berge ist im \(y(s)\)-Bild die Wellenlänge \(\lambda\) (in Metern), im \(y(t)\)-Bild die Periode \(T\) (in Sekunden). Wer die Achse nicht beachtet, verwechselt \(\lambda\) und \(T\) — prüfe immer zuerst: Orts- oder Zeitachse?
❓ Du hast nur ein Foto (Momentbild) des Seils. Kannst du daraus die Geschwindigkeit c bestimmen?
Nein. Aus dem Foto liest du nur die Wellenlänge \(\lambda\) ab — eine reine Ortsinformation. Für \(c = \lambda / T\) brauchst du zusätzlich eine Zeitinformation: die Periode \(T\) oder die Frequenz \(f\), also z.B. den Mitschrieb \(y(t)\) eines Teilchens oder ein zweites Foto kurz danach.
✏️ Mini-Check
Im Momentbild \(y(s)\) liest man direkt ab:
- die Periode \(T\)
- die Wellenlänge \(\lambda\)
- die Frequenz \(f\)
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Im \(y(t)\)-Diagramm eines Teilchens ist der Abstand zweier Maxima die .
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Momentbild: Bergabstand \(2.5\;\text{m}\). Zeitdiagramm: Maxima-Abstand \(0.5\;\text{s}\). Wie gross ist \(c\)?
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Warum sehen \(y(s)\) und \(y(t)\) gleich aus (beides Sinuskurven), obwohl sie Verschiedenes zeigen?
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Reflexion am Seilende
Was passiert, wenn der Puls am Ende des Seils ankommt? Das hängt davon ab, wie das Ende befestigt ist — genau wie beim Seil an der Türklinke (fest) oder an einem lose gleitenden Ring (los):
- Festes Ende (Seil an der Wand): Das Ende kann nicht ausweichen. Der Puls wird mit Umkehrung reflektiert — ein Berg kommt als Tal zurück. Bei der Feder gilt: Eine Verdichtung kommt als Verdichtung zurück.
- Loses Ende (Seilende gleitet frei auf einem Stab): Das Ende schwingt voll mit — sogar doppelt so weit. Der Puls wird ohne Umkehrung reflektiert — ein Berg kommt als Berg zurück. Bei der Feder: Eine Verdichtung kommt als Verdünnung zurück.
✏️ Mini-Check
Ein Wellenberg trifft auf ein festes Seilende. Er kommt zurück als …
- Berg
- Tal
- gar nicht — er wird verschluckt
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Am losen Ende wird der Puls Umkehrung reflektiert.
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Ein Puls läuft ein \(8\;\text{m}\) langes Seil hin und zurück (\(c = 4\;\text{m/s}\)). Wie lange braucht er?
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Du rufst gegen eine Felswand und hörst ein Echo. Was entspricht hier dem «Seil», was dem «festen Ende»?
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Zwei Störungen treffen sich — Superposition
Schicken zwei Personen je einen Puls von beiden Seilenden los, laufen die Pulse aufeinander zu. Beim Treffen gilt das Superpositionsprinzip: Die Auslenkungen addieren sich in jedem Punkt — und danach laufen beide Pulse unverändert weiter, als wäre nichts gewesen.
❓ Löschen sich Berg und Tal beim Treffen dauerhaft aus?
Nein — nur im Treffmoment ist die Auslenkung (fast) überall null. Die Energie der Pulse steckt in diesem Moment vollständig in der Bewegung der Teilchen: sie haben gerade dann ihre grösste Geschwindigkeit. Deshalb laufen beide Pulse danach unverändert weiter. Wellen durchdringen sich ungestört — sonst könnten sich zwei Stimmen im selben Raum gegenseitig zerstören.
✏️ Mini-Check
Ein Berg (\(6\;\text{cm}\)) trifft auf ein gleich breites Tal (\(6\;\text{cm}\)). Was gilt im Treffmoment?
- Auslenkung \(12\;\text{cm}\)
- Auslenkung \(0\;\text{cm}\)
- Die Pulse vernichten sich dauerhaft.
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Beim Durchdringen zweier Wellen sich die Auslenkungen.
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Zwei gleichgerichtete Pulse mit \(6\;\text{cm}\) und \(4\;\text{cm}\) überlagern sich genau. Auslenkung im Treffmoment?
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In einem Raum sprechen zwei Personen gleichzeitig. Warum «zerstören» sich die Schallwellen nicht gegenseitig?
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Laufend oder stehend?
Jetzt kombinieren wir Reflexion und Superposition: Eine harmonische Welle läuft nach rechts, ihre reflektierte Gegenwelle läuft nach links — beide dauernd, beide mit gleicher Frequenz und Amplitude. Die Überlagerung ergibt etwas Neues: eine stehende Welle. Das Muster wandert nicht mehr; stattdessen gibt es Punkte, die immer ruhen (Knoten), und Punkte, die maximal schwingen (Bäuche, mit Amplitude \(2A\)).
✏️ Mini-Check
Woran erkennt man eine stehende Welle?
- Das Muster wandert mit \(c\) nach rechts.
- Knoten und Bäuche bleiben am Ort.
- Alle Teilchen ruhen dauerhaft.
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Der Abstand zweier benachbarter Knoten beträgt .
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Bei einer stehenden Welle misst du den Knotenabstand \(0.75\;\text{m}\). Wellenlänge?
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Jede Einzelwelle hat die Amplitude \(A\). Mit welcher Amplitude schwingt ein Teilchen am Bauch — und warum?
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Stehende Wellen am eingespannten Seil — die Gitarrensaite
Spannt man ein Seil oder Gummiband an beiden Enden fest ein, sind beide Enden feste Enden — dort muss ein Knoten sitzen. Eine stehende Welle «passt» dann nur, wenn zwischen die Enden ein ganzzahliges Vielfaches von halben Wellenlängen passt. Genau das passiert auf jeder Gitarrensaite.
Bedingung: Knoten an beiden Enden, also muss die Länge \(L\) ein Vielfaches des Knotenabstands \(\lambda/2\) sein:
\[ L = n \cdot \frac{\lambda_n}{2}, \qquad n = 1, 2, 3, \ldots \]Aufgelöst nach der Wellenlänge und — mit \(f = c/\lambda\) — nach der Frequenz:
\[ \lambda_n = \frac{2L}{n} \qquad\qquad f_n = \frac{c}{\lambda_n} = n \cdot \frac{c}{2L} \]\(n = 1\) ist die Grundschwingung (Grundton), \(n = 2, 3, \ldots\) sind die Oberschwingungen (Obertöne) — ihre Frequenzen sind ganzzahlige Vielfache von \(f_1\).
✏️ Mini-Check
Auf einer beidseitig eingespannten Saite passen nur Wellen mit …
- beliebiger Wellenlänge
- \(\lambda_n = 2L/n\)
- immer genau \(\lambda = L\)
Lösung anzeigen
Die Eigenschwingung mit \(n = 1\) heisst .
Lösung anzeigen
Saite mit \(L = 0.6\;\text{m}\). Wellenlänge der Grundschwingung?
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Ein Gitarrist drückt die Saite genau in der Mitte ab und halbiert so \(L\). Was passiert mit dem Grundton?
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Aufgaben
Stelle Animation 2 auf \(f = 1.0\;\text{Hz}\) (das Seil hat \(c = 2.0\;\text{m/s}\)).
- Lies im Momentbild die Wellenlänge \(\lambda\) ab (Doppelpfeil).
- Lies im Mitschrieb \(y(t)\) die Periode \(T\) ab.
- Prüfe mit den abgelesenen Werten die Wellengleichung \(c = \lambda \cdot f\).
- Der Doppelpfeil (Berg zu Berg) zeigt \(\lambda = 2.0\;\text{m}\) — das bestätigt die Live-Anzeige \(\lambda = c/f = 2.0/1.0 = 2.0\;\text{m}\).
- Zwei Maxima im \(y(t)\)-Bild liegen \(T = 1.0\;\text{s}\) auseinander (\(T = 1/f\)).
- Probe: \(\lambda \cdot f = 2.0\;\text{m} \cdot 1.0\;\text{Hz} = 2.0\;\text{m/s} = c\) — stimmt.
Auf einem gespannten Seil laufen Wellen mit \(c = 2.4\;\text{m/s}\). Die Hand am Seilende schwingt mit \(f = 0.8\;\text{Hz}\). Berechne die Wellenlänge \(\lambda\) und die Periode \(T\).
Ansatz: Wellengleichung \(c = \lambda \cdot f\), aufgelöst nach \(\lambda\):
\[ \lambda = \frac{c}{f} = \frac{2.4\;\text{m/s}}{0.8\;\text{Hz}} = 3.0\;\text{m} \]Periode:
\[ T = \frac{1}{f} = \frac{1}{0.8\;\text{Hz}} = 1.25\;\text{s} \]Von einer Seilwelle liegen zwei Diagramme vor: Im Momentbild \(y(s)\) liegen zwei benachbarte Berge \(4.0\;\text{m}\) auseinander. Im Zeitdiagramm \(y(t)\) eines Teilchens folgen zwei Maxima im Abstand \(0.5\;\text{s}\).
- Welche Grösse liest man aus welchem Diagramm ab? Bestimme sie.
- Berechne die Frequenz \(f\).
- Berechne die Ausbreitungsgeschwindigkeit \(c\).
- Das Momentbild hat eine Ortsachse: Bergabstand = Wellenlänge \(\lambda = 4.0\;\text{m}\). Das Zeitdiagramm hat eine Zeitachse: Maxima-Abstand = Periode \(T = 0.5\;\text{s}\).
- Aus \(f = \dfrac{1}{T}\): \[ f = \frac{1}{0.5\;\text{s}} = 2.0\;\text{Hz} \]
- Aus der Wellengleichung \(c = \lambda \cdot f\): \[ c = 4.0\;\text{m} \cdot 2.0\;\text{Hz} = 8.0\;\text{m/s} \]
Ein Wellenberg mit \(5\;\text{cm}\) Auslenkung läuft auf das Seilende zu.
- Das Ende ist an einer Wand festgeknotet. Wie sieht der reflektierte Puls aus?
- Das Ende gleitet frei auf einem Stab. Wie sieht der reflektierte Puls jetzt aus?
- Auf einer Spiralfeder läuft eine Verdichtung auf ein festes Ende zu. Was kommt zurück?
- Festes Ende: Reflexion mit Umkehrung — der Berg kommt als Tal mit \(5\;\text{cm}\) Auslenkung nach unten zurück (gleiche Form, gleiches Tempo).
- Loses Ende: Reflexion ohne Umkehrung — der Berg kommt als Berg zurück; im Moment der Reflexion schlägt das Ende bis \(10\;\text{cm}\) aus (Überlagerung von ankommendem und reflektiertem Puls).
- Am festen Ende kommt die Verdichtung als Verdichtung zurück (die Auslenkung der Windungen kehrt sich um, das Verdichtungsmuster bleibt) — überprüfbar in Animation 4 im Longitudinal-Modus.
Zwei gleich breite Pulse laufen aufeinander zu: von links ein Berg mit \(+6\;\text{cm}\), von rechts ein Puls mit \(-4\;\text{cm}\) (Tal). Im Treffmoment überlagern sie sich genau.
- Wie gross ist die Auslenkung in der Mitte im Treffmoment?
- Wie gross wäre sie, wenn der zweite Puls ein Berg mit \(+4\;\text{cm}\) wäre?
- Was beobachtet man kurz nach dem Treffen?
- Ansatz: Superposition — Auslenkungen addieren sich mit Vorzeichen: \[ y = y_1 + y_2 = 6\;\text{cm} + (-4\;\text{cm}) = 2\;\text{cm} \] (destruktive Überlagerung).
- Gleichgerichtet: \[ y = 6\;\text{cm} + 4\;\text{cm} = 10\;\text{cm} \] (konstruktive Überlagerung).
- Beide Pulse laufen unverändert weiter (Form, Höhe, Geschwindigkeit) — Wellen durchdringen sich ungestört; die Addition galt nur im Treffmoment.
Auf der hohen e-Saite einer Gitarre (\(L = 0.65\;\text{m}\)) laufen Querwellen mit \(c = 429\;\text{m/s}\).
- Berechne \(\lambda_1\) und die Grundfrequenz \(f_1\).
- Berechne \(\lambda_2\) und \(f_2\) der ersten Oberschwingung.
- Wie gross ist \(f_3\)? Was haben die Obertöne mit dem Klang zu tun?
- Ansatz: \(\lambda_n = \dfrac{2L}{n}\) und \(f_n = n \cdot \dfrac{c}{2L}\). \[ \lambda_1 = \frac{2 \cdot 0.65\;\text{m}}{1} = 1.3\;\text{m} \] \[ f_1 = \frac{429\;\text{m/s}}{2 \cdot 0.65\;\text{m}} = 330\;\text{Hz} \] Das ist der Ton e¹.
- \[ \lambda_2 = \frac{2 \cdot 0.65\;\text{m}}{2} = 0.65\;\text{m}, \qquad f_2 = 2 \cdot 330\;\text{Hz} = 660\;\text{Hz} \]
- \[ f_3 = 3 \cdot 330\;\text{Hz} = 990\;\text{Hz} \] Eine angezupfte Saite schwingt in mehreren Moden gleichzeitig; das Mischverhältnis der Obertöne bestimmt die Klangfarbe — deshalb klingen Gitarre und Geige beim selben Grundton verschieden.
Zusammenfassung
| Experiment | Beobachtung | Formel / Regel |
|---|---|---|
| Puls im Seil | Störung wandert, Teilchen bleibt | Laufzeit \(t = s/c\) |
| Erreger erzeugt Welle | Nachbarn schwingen phasenversetzt | \(\lambda = c/f\), \(\;T = 1/f\) |
| Momentbild \(y(s)\) | Foto des Seils, Zeit eingefroren | Bergabstand = \(\lambda\) (in m) |
| Zeitdiagramm \(y(t)\) | Mitschrieb eines Teilchens | Maxima-Abstand = \(T\) (in s) |
| Reflexion | festes Ende: Berg wird Tal · loses Ende: Berg bleibt Berg | mit / ohne Umkehrung |
| Superposition | Pulse durchdringen sich ungestört | \(y_{\text{ges}} = y_1 + y_2\) |
| Stehende Welle | Knoten ruhen, Bäuche schwingen mit \(2A\) | Knotenabstand \(= \lambda/2\) |
| Eingespannte Saite | nur bestimmte Wellenlängen passen | \(\lambda_n = \dfrac{2L}{n}\), \(\;f_n = n \cdot \dfrac{c}{2L}\) |
Kernpunkte
- Eine Welle transportiert Energie, aber keine Materie — jedes Teilchen schwingt nur um seine Ruhelage.
- Transversal (Seil: quer) und longitudinal (Feder: längs) gehorchen denselben Formeln — nur die Schwingungsrichtung der Teilchen unterscheidet sich.
- Der Erreger bestimmt \(f\) und \(A\), das Medium bestimmt \(c\); daraus folgt \(\lambda = c/f\).
- Momentbild \(y(s)\) und Zeitdiagramm \(y(t)\) sind zwei Schnitte durch dieselbe Fläche \(y(s,t)\): im Ortsbild wohnt \(\lambda\), im Zeitbild \(T\).
- Reflexion: festes Ende mit Umkehrung (Berg wird Tal), loses Ende ohne Umkehrung.
- Superposition: Auslenkungen addieren sich punktweise — danach laufen die Wellen ungestört weiter.
- Hin- und rücklaufende Welle ergeben eine stehende Welle: Knoten ruhen, Bäuche schwingen mit \(2A\), Knotenabstand \(\lambda/2\).
- Auf der eingespannten Saite passen nur \(\lambda_n = 2L/n\) — Grundton und Obertöne mit \(f_n = n \cdot c/(2L)\).
Clips
Clips zu den Animationen — was jede Animation zeigt
Transkripte — der gesprochene Text zum Mitlesen
Ein Puls im Seil: wann sich das Teilchen bewegt und wie lange
- 0:00In der Animation läuft ein einzelner Puls durch ein acht Meter langes Seil, mit zwei Meter pro Sekunde. Bei fünf Metern ist ein Teilchen markiert. Wann bewegt es sich, und wie lange?
- 0:11Nach eins Komma fünf Sekunden ist der Puls bei zwei Metern. Das Teilchen bei fünf Metern liegt noch ruhig da, sein Mitschrieb unten bleibt flach. Die Vorderkante erreicht es erst nach s durch c, also nach zwei Komma fünf Sekunden.
- 0:25Ab zwei Komma fünf Sekunden hebt sich das Teilchen. Bei drei Sekunden sitzt es genau auf dem Buckel, sechs Zentimeter über der Ruhelage. Es bewegt sich nur auf und ab und wandert nicht mit dem Puls mit.
- 0:36Nach drei Komma fünf Sekunden ist der Puls vorbei, das Teilchen liegt wieder still an seinem Ort. Unten steht der ganze Buckel: Eine Sekunde lang hat es sich bewegt. So lange braucht der zwei Meter lange Puls, um vorbeizulaufen.
- 0:50Jetzt läuft der Puls doppelt so schnell, mit vier Meter pro Sekunde. Er erreicht das Teilchen schon nach eins Komma zwei fünf Sekunden, und der Buckel im Mitschrieb ist nur noch eine halbe Sekunde breit.
- 1:00Merke: Die Störung wandert mit der Geschwindigkeit c. Das Teilchen bewegt sich nur kurz, während sie vorbeikommt, und bleibt an seinem Ort. Bis zum Teilchen braucht sie die Zeit s durch c. In einer Feder gilt dieselbe Physik, nur vor und zurück.
Vom Wackeln zur Welle: jedes Teilchen startet etwas später
- 0:00In der Animation wackelt eine Hand am linken Seilende auf und ab, einmal pro Sekunde. Das Seil leitet die Bewegung mit zwei Meter pro Sekunde weiter. Wie wird daraus eine Welle?
- 0:10Nach einer Sekunde ist die Welle zwei Meter weit gekommen, dahinter ruht das Seil noch. Jedes Teilchen legt erst los, wenn die Welle bei ihm ankommt. Das Teilchen bei drei Metern startet nach eins Komma fünf Sekunden.
- 0:23Nach vier Sekunden schwingt das ganze Seil. Von Berg zu Berg sind es zwei Meter, genau Lambda gleich c durch f. In einer Periode, hier einer Sekunde, rückt die Welle um genau diese zwei Meter weiter.
- 0:36Unten die Mitschriebe zweier Teilchen, bei drei und bei vier Komma fünf Metern. Beide schwingen gleich, aber das zweite um null Komma sieben fünf Sekunden später. So lange braucht die Welle für den Abstand von eins Komma fünf Metern.
- 0:49Wackelt die Hand doppelt so schnell, zweimal pro Sekunde, bleibt die Geschwindigkeit dieselbe: Sie gehört zum Seil. Die Welle wird nur enger, ein Meter von Berg zu Berg.
- 0:59Merke: Frequenz und Amplitude kommen vom Erreger, die Geschwindigkeit kommt vom Seil. Die Wellenlänge folgt aus c durch f. Benachbarte Teilchen schwingen gleich, nur zeitlich versetzt. In einer Feder gelten dieselben Formeln.
Foto und Mitschrieb: zwei Schnitte durch dieselbe Welle
- 0:00In der Animation siehst du dieselbe Welle zweimal: links als Foto des Seils zu einem Zeitpunkt, rechts als Mitschrieb eines Teilchens über die Zeit. Was liest man wo ab?
- 0:10Links das Momentbild bei eins Komma zwei Sekunden: Von Berg zu Berg sind es zwei Meter, die Wellenlänge. Rechts das Teilchen bei eins Komma fünf Metern: Von Berg zu Berg vergeht eine Sekunde, die Periode. Zusammen ergeben sie zwei Meter pro Sekunde.
- 0:24Stellt man die Zeit eine Viertelsekunde weiter, wandert links die ganze Seilform um einen halben Meter nach rechts. Rechts bleibt die Kurve, wo sie ist, nur der Punkt rückt weiter. Das Teilchen steht jetzt tief, bei minus vier Komma acht Zentimetern.
- 0:39Wählt man stattdessen ein Teilchen einen Meter weiter rechts, bleibt links das Bild stehen. Rechts rückt die ganze Kurve um eine halbe Sekunde nach hinten: So viel später kommt jeder Berg dort an.
- 0:51Die dritte Ansicht zeigt die ganze Welle als Fläche über Ort und Zeit. Das Foto ist der braune Schnitt bei festem Zeitpunkt, der Mitschrieb der grüne bei festem Ort. Wo sich beide kreuzen, sitzt das markierte Teilchen.
- 1:04Merke: Das Momentbild ist ein Foto zu einem Zeitpunkt, dort liest man die Wellenlänge ab. Der Mitschrieb gehört zu einem Ort, dort liest man die Periode ab. Erst beide zusammen ergeben die Geschwindigkeit.
Festes und loses Ende: als was der Puls zurückkommt
- 0:00In der Animation läuft ein Berg durch ein acht Meter langes Seil und trifft auf das Ende. Einmal ist das Ende an einer Wand festgemacht, einmal hängt es an einem Ring, der frei auf einem Stab gleitet. Wie kommt der Puls zurück?
- 0:13Der Berg läuft mit zwei Komma fünf Meter pro Sekunde zur Wand. Nach zwei Sekunden ist er bei gut vier Metern. Unten der Mitschrieb des Teilchens bei sechs Metern: Es ruht noch.
- 0:24Am festen Ende kommt der Berg als Tal zurück. Das Teilchen bei sechs Metern hat beides erlebt: zuerst den Berg, eins Komma sechs Sekunden später das Tal. So lange braucht der Puls für die zwei Meter zur Wand und zurück.
- 0:36Am losen Ende kommt der Berg als Berg zurück, im Mitschrieb folgen zwei gleiche Buckel. Hin und zurück sind es zwei mal acht Meter. Bei zwei Komma fünf Meter pro Sekunde braucht der Puls dafür sechs Komma vier Sekunden.
- 0:50Im Moment des Auftreffens schlägt das lose Ende doppelt so weit aus, zwölf statt sechs Zentimeter: ein Bauch. Das feste Ende bleibt im selben Moment in Ruhe: ein Knoten.
- 1:00Merke: Am festen Ende wird der Puls umgekehrt zurückgeworfen, aus dem Berg wird ein Tal. Am losen Ende bleibt der Berg ein Berg. Zurück läuft er mit derselben Geschwindigkeit, hin und zurück in zwei L durch c.
Berg trifft Berg, Berg trifft Tal: was beim Treffen zweier Pulse passiert
- 0:00In der Animation laufen zwei Pulse auf einem Seil aufeinander zu: sechs Zentimeter hoch von links, fünf Zentimeter von rechts. Was passiert, wenn sie sich treffen?
- 0:10Nach eins Komma zwei Sekunden sind die Pulse noch getrennt, bei eins Komma fünf und bei sechs Komma fünf Metern. Sie sind fünf Meter auseinander und kommen sich mit zweimal zwei Metern pro Sekunde näher. Nach weiteren eins Komma zwei fünf Sekunden treffen sie sich in der Mitte.
- 0:25Nach zwei Komma vier fünf Sekunden liegen beide Pulse genau übereinander. Das Seil ist dort elf Zentimeter ausgelenkt: sechs plus fünf. Die Auslenkungen addieren sich Punkt für Punkt. Das nennt man konstruktive Überlagerung.
- 0:39Jetzt kommt von rechts ein Tal von minus fünf Zentimetern. Im Treffmoment bleibt nur ein Zentimeter übrig: sechs minus fünf. Das ist destruktive Überlagerung. Wären beide Pulse gleich gross, läge das Seil in diesem Augenblick flach, die Energie steckte dann ganz in der Bewegung der Teilchen.
- 0:56Nach drei Komma sieben Sekunden sind die Pulse aneinander vorbeigelaufen. Der Berg ist jetzt rechts bei sechs Komma fünf Metern, das Tal links bei eins Komma fünf. Form, Höhe und Tempo sind gleich geblieben: Die Pulse durchdringen sich ungestört.
- 1:10Merke: Treffen sich zwei Wellen, addieren sich ihre Auslenkungen Punkt für Punkt. Berg und Berg verstärken sich, Berg und Tal schwächen sich. Danach laufen beide unverändert weiter.
Die Gegenwelle kommt dazu: wie aus einer laufenden eine stehende Welle wird
- 0:00In der Animation läuft eine Welle über ein sechs Meter langes Seil, drei Zentimeter hoch, mit zwei Metern pro Sekunde. Dann kommt eine gleiche Welle von rechts dazu. Was macht das Seil?
- 0:12Zuerst läuft nur die hinlaufende Welle, mit einem Hertz. Die Wellenlänge ist Geschwindigkeit durch Frequenz: zwei Meter. Das Muster wandert nach rechts, und jedes Teilchen schwingt mit drei Zentimetern, wie unten der Mitschrieb zeigt.
- 0:25Jetzt kommt die Gegenwelle dazu. Das rote Muster wandert nicht mehr, es schwingt am Ort. An manchen Stellen ruht das Seil ganz: an den Knoten. Das Teilchen bei eins Komma fünf Metern sitzt auf einem Knoten, sein Mitschrieb ist eine Nulllinie. Die Knoten liegen einen Meter auseinander, eine halbe Wellenlänge.
- 0:42Zwischen den Knoten liegen die Bäuche. Dort überlagern sich beide Wellen immer gleichsinnig. Das Teilchen bei zwei Metern schwingt mit sechs Zentimetern, der doppelten Amplitude einer einzelnen Welle.
- 0:53Mit eins Komma fünf Hertz wird die Wellenlänge kürzer: eins Komma drei drei Meter. Die Knoten rücken auf null Komma sechs sieben Meter zusammen. Umgekehrt liest man an einer stehenden Welle die Wellenlänge ab: Sie ist zweimal der Knotenabstand.
- 1:07Merke: Eine hinlaufende und eine gleiche rücklaufende Welle ergeben eine stehende Welle. Die Knoten ruhen, die Bäuche schwingen mit doppelter Amplitude, und der Knotenabstand ist eine halbe Wellenlänge.
Nur ganze Bäuche passen: die Eigenschwingungen einer eingespannten Saite
- 0:00In der Animation ist ein Seil an beiden Enden eingespannt, zwei Meter lang. Eine Welle läuft darauf mit zwölf Metern pro Sekunde. Welche Schwingungen sind überhaupt möglich?
- 0:11Die einfachste Schwingung ist der Grundton: ein einziger Bauch, Knoten nur an den Enden. Auf die Saite passt eine halbe Wellenlänge, die Wellenlänge ist also vier Meter. Die Frequenz ist Geschwindigkeit durch Wellenlänge: drei Hertz.
- 0:24Bei der dritten Eigenschwingung liegen drei Bäuche auf der Saite und zwei Knoten dazwischen. Die Wellenlänge ist zwei L durch drei, eins Komma drei drei Meter. Die Frequenz ist dreimal der Grundton: neun Hertz.
- 0:37Jetzt ist die Saite nur noch einen Meter lang, bei gleicher Wellengeschwindigkeit. Das Muster bleibt, aber alles ist halb so lang: Die Wellenlänge sinkt auf null Komma sechs sieben Meter, die Frequenz verdoppelt sich auf achtzehn Hertz. Eine kürzere Saite klingt höher.
- 0:51Dieselbe Rechnung für eine Gitarrensaite: fünfundsechzig Zentimeter lang, die Welle läuft mit vierhundertneunundzwanzig Metern pro Sekunde. Der Grundton ist dreihundertdreissig Hertz, der Ton e eins. Die Obertöne bei sechshundertsechzig und neunhundertneunzig Hertz klingen mit und bestimmen den Klang.
- 1:09Merke: Auf eine eingespannte Saite passen nur Schwingungen mit ganzen Bäuchen. Die Wellenlänge ist zwei L durch n, die Eigenfrequenzen sind ganzzahlige Vielfache des Grundtons. Je kürzer die Saite, desto höher der Ton.
Von der Schwingung zur Welle: was sich ausbreitet und was nicht
- 0:00Ein Korken auf dem See hüpft auf und ab, während die Wellen unter ihm durchlaufen. Er schwimmt nicht davon.
- 0:09Am Anfang steht eine Schwingung: eine periodische Bewegung um eine Ruhelage. Ein Pendel, eine Saite, eine Lautsprechermembran.
- 0:18Sind viele schwingfähige Teilchen aneinander gekoppelt, gibt jedes seine Bewegung an den Nachbarn weiter — leicht verzögert. Genau diese Verzögerung macht aus der Schwingung eine laufende Welle.
- 0:30Weitergegeben wird die Schwingung, nicht der Stoff. Jedes Teilchen kehrt an seinen Platz zurück — transportiert wird Energie.
- 0:37Beschrieben wird eine Welle mit vier Grössen: Amplitude, Periodendauer, Frequenz und Wellenlänge. Frequenz und Periodendauer sind Kehrwerte voneinander.
- 0:48Merke: Eine Welle ist eine weitergereichte Schwingung. Sie transportiert Energie, keinen Stoff.
Quer oder längs: Transversal- und Longitudinalwellen
- 0:00Eine Seilwelle sieht aus wie eine Welle. Eine Schallwelle sieht man gar nicht — und doch ist beides dasselbe Phänomen.
- 0:09Unterschieden wird danach, wie die Teilchen schwingen: quer zur Ausbreitungsrichtung oder längs davon.
- 0:17Bei der Transversalwelle schwingen die Teilchen senkrecht zur Ausbreitung. Das Seil ist das Musterbeispiel — und auch das Licht gehört dazu.
- 0:26Bei der Longitudinalwelle schwingen die Teilchen in Ausbreitungsrichtung. Dabei entstehen Verdichtungen und Verdünnungen — genau das ist Schall.
- 0:34Die Wasserwelle passt in keine der beiden Schubladen: An der Oberfläche laufen die Teilchen auf Kreisbahnen, in der Tiefe auf flachen Ellipsen.
- 0:42Merke: Quer zur Ausbreitung heisst transversal, längs dazu longitudinal. Schall ist längs, Licht und Seilwelle sind quer.