Leitprogramm · Elektrizität

Schaltungen berechnen

Reihe, parallel, gemischt — drei Schaltungen, ein Verfahren. In sechs Schritten von den zwei Grundregeln über den Spannungsteiler bis zu Netzen, die man von innen nach aussen zusammenfasst. Jeder Schritt mit Erklärclip, Simulation und sofortiger Selbstkontrolle.

Lerngebiet 6.2 Elektrizität Bearbeitungszeit rund 4 Lektionen Du brauchst Taschenrechner, Notizpapier, Kopfhörer

So arbeitest du mit diesem Leitprogramm

Du bestimmst das Tempo selbst, die Reihenfolge nicht. Die Schritte bauen streng aufeinander auf: Ohne die zwei Regeln keine Reihenschaltung, ohne Reihen- und Parallelschaltung keine gemischte — und die Leistung zum Schluss braucht alles davor.

  1. Einstiegsfrage zuerst beantworten. Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest. Eine notierte falsche Vermutung lernt sich besser als eine gelesene richtige.
  2. Clip anschauen. Jeder Schritt beginnt mit einem vertonten Erklärclip von rund einer Minute.
  3. Simulation selbst bewegen. Wo ein Regler steht, gehört er gezogen. Achte darauf, welche Anzeige mitgeht und welche stehen bleibt — das ist meist der ganze Lerninhalt.
  4. Aufgaben selbst lösen, erst dann die Lösung aufklappen.
  5. Kern zuerst, Vertiefung danach. Jede Aufgabe trägt ein Etikett: KERN bearbeiten alle, VERTIEFUNG ist für schnelle Lernende oder als Hausaufgabe gedacht.
  6. Selbstkontrolle abhaken, wenn der Schritt sitzt. Der Fortschritt bleibt auf diesem Gerät gespeichert.
  7. Kapiteltest am Schluss unter Prüfungsbedingungen: 25 Minuten, Taschenrechner.

Was du am Ende können musst

Den Gesamtwiderstand einer Reihen-, Parallel- und gemischten Schaltung berechnen, Teilspannungen und Teilströme bestimmen und beide Proben durchführen.

Einen Spannungsteiler dimensionieren, die Leistung einzelner Bauteile in beiden Schaltungsarten berechnen und begründen, welche von zwei Lampen in Reihe heller leuchtet.

Drei Regeln, die in jedem Schritt gelten

Erstens: Erst der Ansatz, dann die Zahlen. Schreib die Formel symbolisch hin, stelle sie um, und setze erst danach ein — mit Einheiten.

Zweitens: Zu jeder Schaltung gehören zwei Proben. In Reihe müssen sich die Teilspannungen zur Gesamtspannung addieren, parallel die Teilströme zum Gesamtstrom. Wer beide macht, findet fast jeden Fehler.

Drittens: Ohm gilt überall — aber immer nur für ein Bauteil oder eine Gruppe. \(U = R \cdot I\) mit dem Strom durch genau dieses Bauteil und der Spannung über genau diesem Bauteil.

SCHRITT 0

Vortest: Was solltest du schon können?

Fünf kurze Aufgaben. Sie zeigen, ob das Ohmsche Gesetz und die Grundgrössen sitzen.

Rechne alle fünf, bevor du eine einzige Lösung aufklappst.

V.1 An einem Widerstand von \(220\,\Omega\) liegen \(9.0\,\mathrm{V}\). Welcher Strom fliesst?

Lösung anzeigen

\(I = U/R = 9.0\,\mathrm{V} / 220\,\Omega = 40.9\,\mathrm{mA}\).

V.2 Durch eine Lampe fliessen \(250\,\mathrm{mA}\) bei \(12\,\mathrm{V}\). Wie gross ist ihr Widerstand?

Lösung anzeigen

\(R = U/I = 12\,\mathrm{V} / 0.250\,\mathrm{A} = 48\,\Omega\). Achte auf die Umrechnung \(250\,\mathrm{mA} = 0.250\,\mathrm{A}\) — hier entsteht der häufigste Fehler.

V.3 Was bedeutet es physikalisch, dass an einem Bauteil \(5\,\mathrm{V}\) «abfallen»?

Lösung anzeigen

Jede Ladungseinheit, die durch das Bauteil geht, gibt dort \(5\,\mathrm{J}\) je Coulomb ab — \(U = W/Q\). Die Energie wird im Bauteil in Wärme oder Licht umgesetzt.

V.4 Ein Gerät mit \(1200\,\mathrm{W}\) hängt an \(230\,\mathrm{V}\). Welcher Strom fliesst?

Lösung anzeigen

\(I = P/U = 1200\,\mathrm{W} / 230\,\mathrm{V} = 5.22\,\mathrm{A}\).

V.5 Rechne um: \(0.047\,\mathrm{k\Omega}\), \(1500\,\mathrm{mA}\), \(2.2\,\mathrm{M\Omega}\).

Lösung anzeigen

\(47\,\Omega\); \(1.5\,\mathrm{A}\); \(2\,200\,000\,\Omega = 2.2 \cdot 10^{6}\,\Omega\).

Auswertung

Aufgabeworum es gehtausführlich nachlesen
V.1, V.2Ohmsches Gesetz umstellen6.2 Das Ohmsche Gesetz
V.3Spannung als Arbeit je Ladung6.2 Grundbegriffe
V.4Leistung6.2 Leistung und Energie
V.5Vorsilben0.2 Vorsilben

Drei oder mehr richtig? Dann weiter mit Schritt 1. Sonst zuerst die verlinkten Abschnitte durcharbeiten — ohne das Ohmsche Gesetz wird der Rest dieses Leitprogramms zur Formelsucherei.

SCHRITT 1

Die zwei Regeln, aus denen alles folgt

Zwei Sätze über Knoten und Maschen — mehr braucht es für jede Schaltung dieses Kapitels nicht.

Zwei Lampen hängen an einer Batterie. Kann durch die eine mehr Strom fliessen als durch die andere? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Alles, was in diesem Leitprogramm gerechnet wird, folgt aus zwei Beobachtungen. Beide klingen selbstverständlich, und beide werden dauernd verletzt.

Regel 1 — die Knotenregel

An einer Verzweigung ist die Summe der zufliessenden Ströme gleich der Summe der abfliessenden. Ladung sammelt sich nirgends an. Wo sich nichts verzweigt, fliesst überall derselbe Strom.

Regel 2 — die Maschenregel

Geht man einen geschlossenen Weg durch die Schaltung, so ist die Summe aller Teilspannungen gleich der Quellenspannung. Energie verschwindet nicht. Was die Quelle jeder Ladung mitgibt, geben die Bauteile auf dem Weg wieder ab.

Woran man erkennt, was in Reihe und was parallel liegt

Die Frage ist nie, was im Bild nebeneinandersteht, sondern wie die Bauteile verbunden sind:

In Reihe liegen zwei Bauteile, wenn zwischen ihnen kein Abzweig ist — der ganze Strom, der durch das eine fliesst, muss auch durch das andere.

Parallel liegen sie, wenn sie sich beide Anschlusspunkte teilen. Dann liegt über beiden dieselbe Spannung, und der Strom hat zwei Wege.

A1.1 KERN In einem Kreis ohne Verzweigung wird an drei Stellen der Strom gemessen: \(120\,\mathrm{mA}\), \(120\,\mathrm{mA}\) und \(118\,\mathrm{mA}\). Was folgt daraus?

Lösung anzeigen

Nach der Knotenregel muss der Strom überall gleich sein. Die Abweichung von \(2\,\mathrm{mA}\) ist ein Messfehler — Ablesegenauigkeit, Kontaktwiderstände oder der Innenwiderstand des Messgeräts. Physikalisch fliesst an allen drei Stellen derselbe Strom.

A1.2 KERN An einer \(12\text{-V}\)-Quelle hängen zwei Widerstände in Reihe. Über dem ersten werden \(4.5\,\mathrm{V}\) gemessen. Wie gross ist die Spannung über dem zweiten?

Lösung anzeigen

Maschenregel: \(U_2 = 12\,\mathrm{V} - 4.5\,\mathrm{V} = 7.5\,\mathrm{V}\). Man braucht dafür weder die Widerstände noch den Strom zu kennen.

A1.3 VERTIEFUNG Jemand sagt: «In der Parallelschaltung teilt sich die Spannung auf die Zweige auf.» Korrigiere die Aussage und begründe mit einer der beiden Regeln.

Lösung anzeigen

Falsch — parallel teilt sich der Strom auf, die Spannung ist über allen Zweigen gleich. Begründung mit der Maschenregel: Jeder Zweig bildet mit der Quelle eine eigene Masche, und in jeder dieser Maschen muss die Summe der Teilspannungen die Quellenspannung ergeben. Da in einem Zweig nur ein Bauteil sitzt, liegt an ihm die volle Spannung.

SCHRITT 2

Reihenschaltung — ein Strom, geteilte Spannung

Widerstände addieren sich; die Spannungen teilen sich im Verhältnis der Widerstände.

Zwei ungleiche Widerstände liegen in Reihe. Über welchem fällt mehr Spannung ab — und warum?
Und eine Frage, die bis Schritt 6 offen bleibt: Eine 40-W- und eine 60-W-Glühlampe liegen in Reihe am Netz. Welche leuchtet heller? Halte deine Vermutung fest — die Auflösung kommt im Schritt «Leistung in der Schaltung».

Aus der Knotenregel folgt: In einer Reihenschaltung fliesst überall derselbe Strom \(I\). Aus der Maschenregel folgt: Die Teilspannungen addieren sich zur Quellenspannung. Setzt man in \(U = U_1 + U_2\) je \(U_k = R_k\,I\) ein und klammert \(I\) aus, bleibt:

\[ R_\text{ges} = R_1 + R_2 + \ldots + R_n \]

Merksatz

In der Reihenschaltung ist die Stromstärke überall gleich; die Spannung teilt sich proportional zu den Widerständen auf. Der Gesamtwiderstand ist grösser als der grösste Einzelwiderstand.

Teilspannungen R₁ 3.75 V R₂ 8.25 V 0 V 12 V Summe 12.00 V — so muss es sein
Quellenspannung 12.0 V
Gesamtwiderstand 320 Ω; Strom 37.5 mA; Verhältnis der Spannungen 1 : 2.2
U₁ : U₂ = R₁ : R₂ — die Spannungen teilen sich wie die Widerstände
Abb. 1 — Zieh die Quellenspannung: Beide Balken wachsen mit, ihr Verhältnis bleibt. Wechsle das Widerstandspaar: Bei zwei gleichen Widerständen halbiert sich die Spannung, bei 47 gegen 470 Ohm fällt über dem grossen zehnmal so viel ab.

Beispiel — vollständig gerechnet

\(R_1 = 100\,\Omega\) und \(R_2 = 220\,\Omega\) in Reihe an \(12\,\mathrm{V}\). Gesucht sind Strom und Teilspannungen.

Ansatz. Zuerst der Gesamtwiderstand, dann der Strom, dann die Teilspannungen:

\[ R_\text{ges} = R_1 + R_2 = 100\,\Omega + 220\,\Omega = 320\,\Omega \]

\[ I = \frac{U}{R_\text{ges}} = \frac{12\,\mathrm{V}}{320\,\Omega} = 37.5\,\mathrm{mA} \]

Teilspannungen mit genau diesem Strom:

\[ U_1 = R_1\,I = 100\,\Omega \cdot 0.0375\,\mathrm{A} = 3.75\,\mathrm{V} \]

\[ U_2 = R_2\,I = 220\,\Omega \cdot 0.0375\,\mathrm{A} = 8.25\,\mathrm{V} \]

Probe. \(3.75 + 8.25 = 12.00\,\mathrm{V}\) ✓ — und das Verhältnis \(3.75 : 8.25\) ist dasselbe wie \(100 : 220\).

A2.1 KERN \(R_1 = 47\,\Omega\), \(R_2 = 100\,\Omega\) und \(R_3 = 220\,\Omega\) liegen in Reihe an \(9.0\,\mathrm{V}\). Berechne \(R_\text{ges}\), \(I\) und alle drei Teilspannungen. Führe die Probe durch.

Lösung anzeigen

\[ R_\text{ges} = 47 + 100 + 220 = 367\,\Omega \qquad I = \frac{9.0\,\mathrm{V}}{367\,\Omega} = 24.5\,\mathrm{mA} \]

\(U_1 = 47 \cdot 0.02452 = 1.15\,\mathrm{V}\); \(U_2 = 2.45\,\mathrm{V}\); \(U_3 = 5.40\,\mathrm{V}\).

Probe: \(1.15 + 2.45 + 5.40 = 9.00\,\mathrm{V}\) ✓

A2.2 KERN Ohne Rechnung: In einer Reihenschaltung aus \(1\,\mathrm{k\Omega}\) und \(10\,\Omega\) — über welchem Widerstand fällt praktisch die ganze Spannung ab?

Lösung anzeigen

Über dem \(1\,\mathrm{k\Omega}\). Die Spannungen verhalten sich wie \(1000 : 10\), also fallen \(99\,\%\) über dem grossen Widerstand ab. Der kleine ist in dieser Schaltung fast unsichtbar — genau darum stört ein Amperemeter mit \(0.1\,\Omega\) eine Messung kaum.

A2.3 VERTIEFUNG Eine Lernende rechnet: «\(U_1 = 3.75\,\mathrm{V}\), \(U_2 = 8.25\,\mathrm{V}\), also \(U_\text{ges} = 3.75 \cdot 8.25 = 30.9\,\mathrm{V}\).» Wo liegt der Fehler, und welche Probe hätte ihn gefunden?

Lösung anzeigen

Teilspannungen werden addiert, nicht multipliziert — das sagt die Maschenregel. Die Probe hätte es sofort gezeigt: \(30.9\,\mathrm{V}\) an einer \(12\text{-V}\)-Quelle ist unmöglich, eine Teilspannung kann nie grösser sein als die Quellenspannung. Ein multipliziertes Ergebnis hat zudem die Einheit \(\mathrm{V^2}\) — auch die Einheitenkontrolle findet den Fehler.

SCHRITT 3

Der Spannungsteiler

Die Reihenschaltung rückwärts: Aus einer gewünschten Teilspannung folgt der nötige Widerstand.

Du hast eine 12-V-Quelle, brauchst aber 5 V für ein Bauteil. Wie kommst du mit zwei Widerständen dorthin?

Weil sich die Spannungen wie die Widerstände teilen, lässt sich jede Zwischenspannung einstellen. Das Verhältnis ist die ganze Formel:

\[ \frac{U_2}{U} = \frac{R_2}{R_1 + R_2} \qquad\Longleftrightarrow\qquad U_2 = U \cdot \frac{R_2}{R_1 + R_2} \]

R₁ 1000 Ω R₂ 500 Ω Abgriff 4.00 V oben: 12.0 V unten: 0 V R₂ grösser heisst Abgriff höher
Widerstand R₂ 500 Ω
Strom 8.00 mA; über R₁ 8.00 V; über R₂ 4.00 V
U₂ = U · R₂ / (R₁ + R₂) = 12.0 V · 500 Ω / 1500 Ω = 4.00 V
Abb. 2 — R₁ bleibt bei 1000 Ohm, nur R₂ wandert. Beachte, dass der Abgriff nie ganz 12 Volt erreicht: Dafür müsste R₁ verschwinden. Und er wird nie null, solange R₂ vorhanden ist.

Beispiel — vollständig gerechnet

An \(12\,\mathrm{V}\) sollen über \(R_2\) genau \(4.0\,\mathrm{V}\) abfallen. \(R_1 = 1000\,\Omega\) ist gegeben. Wie gross muss \(R_2\) sein?

Ansatz. Der Weg über den Strom ist kürzer als das Umstellen der Teilerformel:

\[ U_1 = U - U_2 = 12\,\mathrm{V} - 4.0\,\mathrm{V} = 8.0\,\mathrm{V} \]

\[ I = \frac{U_1}{R_1} = \frac{8.0\,\mathrm{V}}{1000\,\Omega} = 8.0\,\mathrm{mA} \]

Derselbe Strom fliesst durch \(R_2\):

\[ R_2 = \frac{U_2}{I} = \frac{4.0\,\mathrm{V}}{0.0080\,\mathrm{A}} = 500\,\Omega \]

Probe mit der Teilerformel: \(12 \cdot 500/1500 = 4.0\,\mathrm{V}\) ✓

Die Grenze der Formel

Sobald am Abgriff ein Verbraucher hängt, stimmt die Rechnung nicht mehr: Der Verbraucher liegt parallel zu \(R_2\), die Gruppe wird niederohmiger, und die Abgriffspannung bricht ein. Ein Spannungsteiler taugt darum für Messzwecke und für hochohmige Eingänge — nicht als Netzteil. Warum das so ist, siehst du in Schritt 4.

A3.1 KERN An \(9.0\,\mathrm{V}\) liegt ein Teiler aus \(R_1 = 680\,\Omega\) und \(R_2 = 220\,\Omega\). Wie gross ist die Spannung über \(R_2\)?

Lösung anzeigen

\[ U_2 = 9.0\,\mathrm{V} \cdot \frac{220}{900} = 2.20\,\mathrm{V} \]

A3.2 KERN Aus \(12\,\mathrm{V}\) sollen \(5.0\,\mathrm{V}\) werden. \(R_1 = 470\,\Omega\). Welchen Wert braucht \(R_2\)?

Lösung anzeigen

\(U_1 = 12 - 5.0 = 7.0\,\mathrm{V}\), also \(I = 7.0/470 = 14.9\,\mathrm{mA}\).

\(R_2 = 5.0 / 0.01489 = 336\,\Omega\) — in der Praxis nimmt man den nächstliegenden Normwert \(330\,\Omega\) und erhält \(12 \cdot 330/800 = 4.95\,\mathrm{V}\).

A3.3 VERTIEFUNG Zwei Teiler liefern beide \(6.0\,\mathrm{V}\) aus \(12\,\mathrm{V}\): einmal mit \(2 \times 100\,\Omega\), einmal mit \(2 \times 100\,\mathrm{k\Omega}\). Wo ist der Unterschied?

Lösung anzeigen

Im Strom, der dauernd durch den Teiler fliesst: \(12/200 = 60\,\mathrm{mA}\) gegen \(12/200\,000 = 0.06\,\mathrm{mA}\). Der niederohmige Teiler verheizt \(0.72\,\mathrm{W}\), der hochohmige \(0.72\,\mathrm{mW}\).

Dafür bricht der hochohmige Teiler unter Last viel stärker ein. Die Wahl ist immer ein Kompromiss: niederohmig = stabil, aber verlustreich; hochohmig = sparsam, aber empfindlich.

SCHRITT 4

Parallelschaltung — eine Spannung, geteilter Strom

Der Gesamtwiderstand sinkt mit jedem Zweig; die Ströme teilen sich umgekehrt zu den Widerständen.

Du steckst ein zweites Gerät in dieselbe Steckdosenleiste. Wird der Gesamtwiderstand grösser oder kleiner? Und was bedeutet das für die Sicherung?

Jetzt greift die Knotenregel: Der Gesamtstrom teilt sich an der Verzweigung auf und vereinigt sich danach wieder. Über jedem Zweig liegt dieselbe Spannung. Setzt man in \(I = I_1 + I_2\) je \(I_k = U/R_k\) ein und kürzt \(U\), bleibt:

\[ \frac{1}{R_\text{ges}} = \frac{1}{R_1} + \frac{1}{R_2} + \ldots + \frac{1}{R_n} \]

Der Fehler, der in jeder Klasse passiert

Die Formel liefert den Kehrwert. Wer nach dem Addieren aufhört, hat \(1/R_\text{ges}\) und nicht \(R_\text{ges}\). Eine Kontrolle, die das sofort zeigt: Der Gesamtwiderstand einer Parallelschaltung ist immer kleiner als der kleinste Einzelwiderstand. Kommt etwas Grösseres heraus, fehlt der letzte Kehrwert. Darum den Bereich vor der Rechnung bestimmen: Wer den Bereich vorher kennt, merkt den Rechenfehler nachher.

Merksatz

In der Parallelschaltung liegt an jedem Zweig dieselbe Spannung, die Ströme addieren sich — und der Gesamtwiderstand ist kleiner als der kleinste Einzelwiderstand.

Teilströme durch R₁ 120.0 mA durch R₂ 54.5 mA 0 175 mA Summe 174.5 mA = Gesamtstrom R_ges = 68.8 Ω — kleiner als beide Einzelwerte
Widerstand R₂ 220 Ω
Gesamtwiderstand 68.8 Ω; Gesamtstrom 174.5 mA; kleinster Einzelwert 100 Ω
1 / R = 1/100 Ω + 1/220 Ω → R = 68.8 Ω
Abb. 3 — R₁ bleibt bei 100 Ohm, U bei 12 Volt. Zieh R₂ nach oben: Sein Zweig trägt immer weniger bei, und R_ges nähert sich 100 Ohm — erreicht es aber nie. Schalte auf drei Zweige: Jeder weitere Weg senkt den Gesamtwiderstand zusätzlich.

Beispiel — vollständig gerechnet

\(R_1 = 100\,\Omega\) und \(R_2 = 220\,\Omega\) parallel an \(12\,\mathrm{V}\).

Ansatz. Erst die Kehrwerte, dann zurück:

\[ \frac{1}{R_\text{ges}} = \frac{1}{100\,\Omega} + \frac{1}{220\,\Omega} = 0.01455\,\frac{1}{\Omega} \]

\[ R_\text{ges} = \frac{1}{0.01455\,\Omega^{-1}} = 68.8\,\Omega \]

Für zwei Widerstände geht es auch direkt: \(R_\text{ges} = \dfrac{R_1 R_2}{R_1 + R_2} = \dfrac{100 \cdot 220}{320} = 68.8\,\Omega\).

Ströme. Über jedem Zweig liegen \(12\,\mathrm{V}\):

\[ I_1 = \frac{12}{100} = 120\,\mathrm{mA} \qquad I_2 = \frac{12}{220} = 54.5\,\mathrm{mA} \]

Probe. \(120 + 54.5 = 174.5\,\mathrm{mA}\), und \(12/68.8 = 174.4\,\mathrm{mA}\) ✓ (die Differenz ist Rundung). Und \(68.8\,\Omega < 100\,\Omega\) — die Plausibilitätskontrolle stimmt.

A4.1 KERN Gib vor der Rechnung an, in welchem Bereich \(R_\text{ges}\) von \(330\,\Omega\) parallel \(470\,\Omega\) liegen muss. Rechne dann nach.

Lösung anzeigen

Kleiner als \(330\,\Omega\) — und grösser als die Hälfte des kleineren, also über \(165\,\Omega\). Erwartung: zwischen \(165\) und \(330\,\Omega\).

\(R_\text{ges} = (330 \cdot 470)/800 = 194\,\Omega\) ✓ — liegt im erwarteten Bereich.

A4.2 KERN Drei Widerstände \(100\,\Omega\), \(200\,\Omega\) und \(300\,\Omega\) liegen parallel an \(6.0\,\mathrm{V}\). Berechne \(R_\text{ges}\), alle Teilströme und den Gesamtstrom. Probe nicht vergessen.

Lösung anzeigen

\[ \frac{1}{R} = \frac{1}{100} + \frac{1}{200} + \frac{1}{300} = 0.01833\,\frac{1}{\Omega} \quad\Longrightarrow\quad R = 54.5\,\Omega \]

\(I_1 = 60.0\,\mathrm{mA}\); \(I_2 = 30.0\,\mathrm{mA}\); \(I_3 = 20.0\,\mathrm{mA}\).

Probe: \(60.0 + 30.0 + 20.0 = 110\,\mathrm{mA}\), und \(6.0/54.5 = 110\,\mathrm{mA}\) ✓. Auch hier: \(54.5\,\Omega\) ist kleiner als \(100\,\Omega\).

A4.3 VERTIEFUNG Zurück zum Spannungsteiler aus Schritt 3 (\(1000\,\Omega\) und \(500\,\Omega\) an \(12\,\mathrm{V}\), Abgriff \(4.0\,\mathrm{V}\)). Nun wird am Abgriff ein Verbraucher mit \(500\,\Omega\) angeschlossen. Welche Spannung liegt jetzt wirklich an?

Lösung anzeigen

Der Verbraucher liegt parallel zu \(R_2\): \(R_\text{p} = (500 \cdot 500)/1000 = 250\,\Omega\).

Der Teiler besteht jetzt aus \(1000\,\Omega\) und \(250\,\Omega\):

\[ U_2 = 12\,\mathrm{V} \cdot \frac{250}{1250} = 2.40\,\mathrm{V} \]

Statt \(4.0\,\mathrm{V}\) liegen nur noch \(2.4\,\mathrm{V}\) an — die Spannung bricht um \(40\,\%\) ein. Genau das meint die Warnung aus Schritt 3.

SCHRITT 5

Gemischte Schaltungen — von innen nach aussen

Zusammenfassen, bis ein Widerstand übrig ist. Dann rückwärts zu Teilspannungen und Teilströmen.

Ein Widerstand in Reihe zu zwei parallelen. Womit fängst du an — und woran erkennst du das?

Neu ist hier nichts. Die beiden Formeln aus Schritt 2 und 4 werden nacheinander angewandt; die einzige Kunst ist die Reihenfolge.

Das Verfahren in drei Schritten

  1. Innerste Gruppe finden. Welche Widerstände teilen sich beide Anschlusspunkte? Die liegen parallel und werden zuerst zusammengefasst.
  2. Zusammenfassen und die Schaltung neu zeichnen — mit dem Ersatzwiderstand an Stelle der Gruppe. Wiederholen, bis ein einziger Widerstand übrig ist.
  3. Rückwärts rechnen. \(I = U/R_\text{ges}\) gibt den Gesamtstrom. Über jeder Gruppe liegt \(U = I \cdot R\); innerhalb einer Parallelgruppe teilt sich der Strom.

Merksatz

Reihengruppen und Parallelgruppen zusammenfassen, wiederholen, bis ein einziger Widerstand übrig ist — dann rückwärts die Teilgrössen bestimmen. Nach jedem Zusammenfassen neu zeichnen.

R₁ 150 Ω R₂ 300 Ω R₃ 600 Ω Rₚ 200 Ω in Reihe → Schritt 1 · R₂ und R₃ teilen sich beide Knoten Rₚ = (300 Ω · 600 Ω) / 900 Ω = 200 Ω Probe folgt in Schritt 3
Schritt 1 von 3
Ersatzwiderstand der Gruppe 200 Ω; gesamt 350 Ω; Strom 25.7 mA
U = 9.0 V; R₁ = 150 Ω; R₂ = 300 Ω; R₃ = 600 Ω
Abb. 4 — Dieselbe Schaltung in drei Ansichten. Schritt 1 zeigt die Gruppe, Schritt 2 den Ersatzwiderstand an ihrer Stelle, Schritt 3 die zurückgerechneten Teilgrössen samt beiden Proben.

Beispiel — vollständig gerechnet

\(R_1 = 150\,\Omega\) in Reihe zu \(R_2 = 300\,\Omega\) parallel \(R_3 = 600\,\Omega\), an \(U = 9.0\,\mathrm{V}\).

\[ R_\text{p} = \frac{300 \cdot 600}{900}\,\Omega = 200\,\Omega \qquad R_\text{ges} = 150\,\Omega + 200\,\Omega = 350\,\Omega \]

\[ I = \frac{9.0\,\mathrm{V}}{350\,\Omega} = 25.7\,\mathrm{mA} \]

\[ U_1 = I \cdot R_1 = 3.86\,\mathrm{V} \qquad U_\text{p} = I \cdot R_\text{p} = 5.14\,\mathrm{V} \]

\[ I_2 = \frac{5.14\,\mathrm{V}}{300\,\Omega} = 17.1\,\mathrm{mA} \qquad I_3 = \frac{5.14\,\mathrm{V}}{600\,\Omega} = 8.57\,\mathrm{mA} \]

Zwei Proben. \(3.86 + 5.14 = 9.00\,\mathrm{V}\) ✓ und \(17.1 + 8.57 = 25.7\,\mathrm{mA} = I\) ✓.

A5.1 KERN Nenne nur die Reihenfolge der Zusammenfassung, ohne zu rechnen: \(R_1\) in Reihe zu \(R_2\), das Ganze parallel zu \(R_3\).

Lösung anzeigen

Zuerst \(R_1 + R_2 = R_\text{s}\) — die beiden liegen hintereinander im selben Strompfad. Dann \(R_\text{s}\) parallel zu \(R_3\). Hier ist die Reihenschaltung die innere Gruppe, nicht die Parallelschaltung: Es kommt darauf an, was verbunden ist, nicht auf die Namen.

A5.2 KERN \(R_1 = 100\,\Omega\) in Reihe zu \(R_2 = 150\,\Omega\) parallel \(R_3 = 300\,\Omega\), an \(15\,\mathrm{V}\). Berechne alle Teilgrössen und führe beide Proben durch.

Lösung anzeigen

\(R_\text{p} = (150 \cdot 300)/450 = 100\,\Omega\); \(R_\text{ges} = 200\,\Omega\); \(I = 15/200 = 75.0\,\mathrm{mA}\).

\(U_1 = 7.50\,\mathrm{V}\); \(U_\text{p} = 7.50\,\mathrm{V}\); \(I_2 = 7.50/150 = 50.0\,\mathrm{mA}\); \(I_3 = 7.50/300 = 25.0\,\mathrm{mA}\).

Proben: \(7.50 + 7.50 = 15.0\,\mathrm{V}\) ✓; \(50.0 + 25.0 = 75.0\,\mathrm{mA}\) ✓.

A5.3 VERTIEFUNG Ein vorgelegter Lösungsweg beginnt so: «\(R_1\) und \(R_2\) liegen nebeneinander, also \(R_{12} = 150 + 300 = 450\,\Omega\); dazu \(R_3\) parallel.» Finde den Fehler und sage, woran man ihn erkennt.

Lösung anzeigen

Falsch gruppiert. \(R_2\) und \(R_3\) teilen sich beide Anschlusspunkte, \(R_1\) und \(R_2\) nicht — zwischen ihnen liegt der Verzweigungsknoten.

Erkennbar am Ergebnis: Die falsche Rechnung liefert \(R_\text{ges} = (450 \cdot 600)/1050 = 257\,\Omega\) statt \(350\,\Omega\). Sicherer als das Nachrechnen ist aber die Knotenprobe: Zeichne die Verzweigungspunkte ein und nummeriere sie. Widerstände zwischen denselben zwei Nummern liegen parallel — sonst nicht.

SCHRITT 6

Leistung in der Schaltung

Welche Formel wann gilt — und welche von zwei Lampen in Reihe heller leuchtet.

Die Frage aus Schritt 2: Eine 40-W- und eine 60-W-Lampe liegen in Reihe am Netz. Welche leuchtet heller? Hol deine notierte Vermutung hervor — jetzt wird aufgelöst.

Aus \(P = U \cdot I\) und \(U = R\,I\) folgen zwei weitere Schreibweisen. Alle drei sind gleichwertig — aber nicht gleich praktisch:

\[ P = U \cdot I \qquad P = R \cdot I^2 \qquad P = \frac{U^2}{R} \]

Welche Formel wann

In Reihe ist der Strom die gemeinsame Grösse. Nimm \(P = R\,I^2\): Bei gleichem Strom setzt der grössere Widerstand mehr Leistung um.

Parallel ist die Spannung die gemeinsame Grösse. Nimm \(P = U^2/R\): Bei gleicher Spannung setzt der kleinere Widerstand mehr Leistung um.

Beispiel — zwei Lampen in Reihe

Eine \(40\text{-W}\)- und eine \(60\text{-W}\)-Lampe, beide für \(230\,\mathrm{V}\), liegen in Reihe an \(230\,\mathrm{V}\).

Schritt 1 — Widerstände aus dem Typenschild. Das Schild gilt bei Nennspannung:

\[ R = \frac{U^2}{P} \qquad R_1 = \frac{(230\,\mathrm{V})^2}{40\,\mathrm{W}} = 1323\,\Omega \qquad R_2 = \frac{(230\,\mathrm{V})^2}{60\,\mathrm{W}} = 882\,\Omega \]

Schritt 2 — der gemeinsame Strom.

\[ I = \frac{230\,\mathrm{V}}{1323\,\Omega + 882\,\Omega} = \frac{230\,\mathrm{V}}{2205\,\Omega} = 104\,\mathrm{mA} \]

Schritt 3 — die Leistungen.

\[ P_1 = R_1\,I^2 = 14.4\,\mathrm{W} \qquad P_2 = R_2\,I^2 = 9.6\,\mathrm{W} \]

Die 40-W-Lampe leuchtet heller — genau umgekehrt als auf dem Schild. Und zusammen sind es \(24\,\mathrm{W}\) statt \(100\,\mathrm{W}\). Wer das Ergebnis überraschend findet, hat \(P = R\,I^2\) noch nicht verinnerlicht.

Die Modellannahme, die hier steckt

Gerechnet wurde mit dem Heisswiderstand aus den Nennwerten, als fester Widerstand. Glühlampen sind nicht ohmsch. Ein Wolframdraht ist aber ein Kaltleiter: Bei kleinerem Strom bleibt er kühler und wird niederohmiger. Die wirklichen Leistungen liegen darum noch tiefer als \(14.4\) und \(9.6\,\mathrm{W}\). An der Aussage ändert das nichts — der Effekt verstärkt sie sogar.

A6.1 KERN Ein Gerät zieht \(1200\,\mathrm{W}\) an \(230\,\mathrm{V}\). Berechne Strom und Widerstand.

Lösung anzeigen

\(I = P/U = 1200/230 = 5.22\,\mathrm{A}\); \(R = U/I = 230/5.22 = 44.1\,\Omega\) (oder direkt \(R = U^2/P = 44.1\,\Omega\)).

A6.2 KERN Zwei gleiche Widerstände \(220\,\Omega\) liegen an \(12\,\mathrm{V}\), einmal in Reihe, einmal parallel. Berechne die Gesamtleistung beider Schaltungen und erkläre den Faktor.

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In Reihe: \(R_\text{ges} = 440\,\Omega\), \(P = U^2/R = 144/440 = 0.327\,\mathrm{W}\).

Parallel: \(R_\text{ges} = 110\,\Omega\), \(P = 144/110 = 1.31\,\mathrm{W}\).

Der Faktor ist 4. Der Gesamtwiderstand ändert sich von \(440\) auf \(110\,\Omega\), also um den Faktor \(4\) — und bei fester Spannung ist \(P = U^2/R\) umgekehrt proportional zu \(R\).

A6.3 VERTIEFUNG Eine Zuleitung hat \(0.57\,\Omega\). Ein \(3.5\text{-kW}\)-Verbraucher hängt einmal an \(230\,\mathrm{V}\), einmal an \(400\,\mathrm{V}\). Vergleiche die Verlustleistung in der Leitung.

Lösung anzeigen

\(I_{230} = 3500/230 = 15.2\,\mathrm{A}\) und \(P_\text{V} = 0.57 \cdot 15.2^2 = 132\,\mathrm{W}\).

\(I_{400} = 3500/400 = 8.75\,\mathrm{A}\) und \(P_\text{V} = 0.57 \cdot 8.75^2 = 43.6\,\mathrm{W}\).

Ein Drittel. Der Grund: Bei fester Leistung ist \(I \sim 1/U\), und \(P_\text{V} \sim I^2\), also \(P_\text{V} \sim 1/U^2\). Das Verhältnis \((400/230)^2 = 3.0\). Genau darum werden Überlandleitungen mit Hochspannung betrieben.

TEST

Kapiteltest zur Selbstkontrolle

25 Minuten, Taschenrechner. Erst alles rechnen, dann auswerten.

Sechs Aufgaben, zusammen \(20\) Punkte. Wer \(14\) Punkte erreicht, beherrscht den Stoff. Die Auswertungstabelle am Schluss sagt, wo nachzuarbeiten ist.

T.1 3 P \(R_1 = 220\,\Omega\) und \(R_2 = 330\,\Omega\) liegen in Reihe an \(24\,\mathrm{V}\). Berechne \(R_\text{ges}\), \(I\) und beide Teilspannungen.

T.2 3 P \(R_1 = 470\,\Omega\) und \(R_2 = 680\,\Omega\) liegen parallel an \(9.0\,\mathrm{V}\). Berechne \(R_\text{ges}\), beide Teilströme und den Gesamtstrom.

T.3 4 P \(R_1 = 100\,\Omega\) in Reihe zu \(R_2 = 150\,\Omega\) parallel \(R_3 = 300\,\Omega\), an \(15\,\mathrm{V}\). Alle Teilgrössen, beide Proben.

T.4 3 P Aus \(9.0\,\mathrm{V}\) sollen mit einem Teiler \(2.5\,\mathrm{V}\) werden. \(R_1 = 1.0\,\mathrm{k\Omega}\). Wie gross ist \(R_2\)?

T.5 3 P Ohne Rechnung, mit Begründung: Ein dritter Widerstand wird zu zwei bereits parallelen hinzugefügt. Was geschieht mit \(R_\text{ges}\) und mit dem Gesamtstrom?

T.6 4 P Zwei Widerstände \(100\,\Omega\) und \(400\,\Omega\) liegen einmal in Reihe, einmal parallel an \(20\,\mathrm{V}\). In welcher Schaltung setzt der \(100\text{-}\Omega\)-Widerstand mehr Leistung um? Rechne beide Fälle.

Lösungen aller sechs Aufgaben anzeigen

T.1 \(R_\text{ges} = 550\,\Omega\); \(I = 24/550 = 43.6\,\mathrm{mA}\); \(U_1 = 9.6\,\mathrm{V}\); \(U_2 = 14.4\,\mathrm{V}\). Probe: \(9.6 + 14.4 = 24.0\,\mathrm{V}\) ✓ (je 1 P für \(R\), \(I\), Teilspannungen)

T.2 \(R_\text{ges} = (470 \cdot 680)/1150 = 278\,\Omega\); \(I_1 = 9.0/470 = 19.1\,\mathrm{mA}\); \(I_2 = 9.0/680 = 13.2\,\mathrm{mA}\); \(I = 32.3\,\mathrm{mA}\). Probe: \(9.0/278 = 32.4\,\mathrm{mA}\) ✓ (je 1 P)

T.3 \(R_\text{p} = 100\,\Omega\); \(R_\text{ges} = 200\,\Omega\); \(I = 75.0\,\mathrm{mA}\); \(U_1 = U_\text{p} = 7.50\,\mathrm{V}\); \(I_2 = 50.0\,\mathrm{mA}\); \(I_3 = 25.0\,\mathrm{mA}\). Proben: \(7.50+7.50 = 15.0\,\mathrm{V}\) ✓, \(50.0+25.0 = 75.0\,\mathrm{mA}\) ✓ (Gruppierung 1 P, \(R_\text{ges}\) und \(I\) 1 P, Teilgrössen 1 P, Proben 1 P)

T.4 \(U_1 = 6.5\,\mathrm{V}\), \(I = 6.5/1000 = 6.5\,\mathrm{mA}\), \(R_2 = 2.5/0.0065 = 385\,\Omega\). (Ansatz 1 P, Strom 1 P, Ergebnis 1 P)

T.5 \(R_\text{ges}\) wird kleiner, der Gesamtstrom grösser. Jeder zusätzliche Zweig ist ein weiterer Weg für den Strom; in der Kehrwertsumme kommt ein positiver Summand dazu, also wächst \(1/R_\text{ges}\) und \(R_\text{ges}\) sinkt. Bei fester Spannung steigt damit \(I = U/R_\text{ges}\). (Richtung 1 P, Begründung über die Kehrwertsumme 1 P, Folge für den Strom 1 P)

T.6 In Reihe: \(I = 20/500 = 40\,\mathrm{mA}\), \(P_{100} = 100 \cdot 0.040^2 = 0.16\,\mathrm{W}\). Parallel: \(P_{100} = 20^2/100 = 4.0\,\mathrm{W}\). Parallel ist es das 25-fache. Grund: In Reihe muss sich der \(100\text{-}\Omega\)-Widerstand die Spannung mit dem grösseren teilen und bekommt nur einen Fünftel davon; parallel liegt die volle Spannung an. (je 1 P für beide Rechnungen, 1 P Vergleich, 1 P Begründung)

Auswertung

AufgabeSchrittausführlich nachlesen
T.12 · Reihenschaltung6.2 Reihenschaltung
T.2, T.54 · Parallelschaltung6.2 Parallelschaltung
T.35 · Gemischte Schaltungen6.2 Gemischte Schaltungen
T.43 · Spannungsteiler6.2 Reihenschaltung
T.66 · Leistung6.2 Leistung in Reihe und parallel

Unter \(14\) Punkten: den betroffenen Schritt noch einmal durcharbeiten, danach den Test wiederholen. Die häufigsten Punkteverluste entstehen beim vergessenen Kehrwert (Schritt 4) und bei falscher Gruppierung (Schritt 5).

Wie es weitergeht

Die Themenseite 6.2 Elektrizität vertieft dieses Kapitel mit weiteren Animationen und Aufgaben — dort stehen auch die Themen, die hier bewusst fehlen: das Messen im Stromkreis, der Widerstand eines Leiters sowie Gefahren und Schutzmassnahmen. Wer beim Umstellen der Formeln unsicher war, findet im Leitprogramm Rechnen und Schliessen das nötige Werkzeug.