Physik · Lerngebiet 4 Mechanik

4.2 Dynamik

Kräfte als Ursache von Bewegungsänderungen — die Newtonschen Gesetze.

📋 Kompetenzen nach RLP-BM 2030 · Lerngebiet 4.2 · 100 Lektionen (Lerngebiet 4)
  • den Zusammenhang zwischen Kraft, Masse und Beschleunigung beschreiben
  • das zweite Newton’sche Gesetz in einfachen Fällen (gleichmässig beschleunigte geradlinige Bewegung und gleichförmige Kreisbewegung) anwenden
💡 Vorwissen zu dieser Seite

Hier werden Masse und Gewichtskraft streng auseinandergehalten — nachzulesen auf 0.3, geführt im Leitprogramm «Grössen, Messen, Druck» (Schritt 5).

🎯 Lernziele — das kann ich nach dieser Seite
  • Ich kann die drei Newtonschen Gesetze formulieren und an Beispielen erklären.
  • Ich kann das Grundgesetz \(F=m\cdot a\) auf konkrete Bewegungen anwenden.
  • Ich kann die Federkraft mit dem Hookeschen Gesetz \(F=D\cdot s\) berechnen.
  • Ich kann Haft- und Gleitreibung unterscheiden und Reibungskräfte berechnen.
  • Ich kann die Kräfte an der schiefen Ebene zerlegen und die Beschleunigung bestimmen.
  • Ich kann die Zentripetalkraft \(F_z = m v^2/r\) berechnen und begründen, warum eine Kreisbewegung eine Kraft zur Mitte braucht.
  • Ich kann erklären, warum die «Zentrifugalkraft» im ruhenden Bezugssystem nicht vorkommt.

Einstieg — warum ein Glas auf der Theke überschwappt

Ein Barkeeper schiebt ein volles Glas über die glatte Theke. Kurz vor dem Gast stösst es an die Leiste und bleibt abrupt stehen — die Flüssigkeit aber schwappt nach vorne über den Rand. Niemand hat das Wasser angeschoben. Warum bewegt es sich trotzdem weiter?

Die Kinematik (Kapitel 4.1) hat Bewegungen nur beschrieben: Wo ist der Körper, wie schnell, wie stark beschleunigt? Sie hat aber nie nach der Ursache gefragt. Genau das ist die Aufgabe der Dynamik: Sie erklärt, warum sich Bewegungszustände ändern. Die Antwort ist immer dieselbe — es wirkt eine Kraft.

Dieselbe Trägheit zeigt Animation 3 weiter unten: Eine ungesicherte Kiste steht auf der Ladefläche eines Lieferwagens, der anfährt. Entscheidend ist dort die Frage, relativ zu wem sich die Kiste bewegt. Dieselbe Idee erklärt das überschwappende Glas, den Ruck beim Bremsen im Bus und warum man sich im Auto anschnallt.

Auf dieser Seite lernst du die drei Gesetze kennen, mit denen Isaac Newton 1687 die gesamte Mechanik auf ein einziges Fundament gestellt hat: das Trägheitsgesetz, das Grundgesetz \(F = m \cdot a\) und das Wechselwirkungsgesetz. Dazu kommen die wichtigsten konkreten Kräfte: die Federkraft, die Reibung und die Kräfte an der schiefen Ebene.

✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Warum schwappt das Glas, wenn die Theke (der Wagen) ruckartig anfährt?

  • Das Wasser wird nach vorne gedrückt.
  • Das Wasser bleibt wegen seiner Trägheit zurück.
  • Die Schwerkraft nimmt zu.
Lösung anzeigen
B. Das Wasser behält seinen Bewegungszustand bei (Trägheit); der Wagen beschleunigt darunter weg.
Lückentext

Ein Körper behält ohne resultierende äussere Kraft seinen bei.

Lösung anzeigen
Bewegungszustand (Trägheitsgesetz).
Kurze Rechnung

Welche Kraft beschleunigt eine Masse von \(2\;\text{kg}\) mit \(3\;\text{m/s}^2\)?

Lösung anzeigen
\(F = m\cdot a = 2 \cdot 3 = 6\;\text{N}\).
Transfer

Im anfahrenden Bus wirst du nach hinten gedrückt, obwohl keine Kraft nach hinten wirkt. Wie erklärt sich das?

Lösungsweg anzeigen
Dein Körper behält seine Ruhe bei (Trägheit), der Bus beschleunigt unter dir nach vorne. Relativ zum Bus bewegst du dich nach hinten — eine Scheinkraft, keine echte rückwärts gerichtete Kraft.

Grundbegriffe

📘 Kraft

Eine Kraft \(\vec{F}\) ist die Ursache dafür, dass ein Körper verformt oder beschleunigt wird. Kräfte sind Vektoren: sie haben Betrag und Richtung. Man kann sie nicht sehen, nur an ihren Wirkungen erkennen.

SI-Einheit: das Newton, \(1\;\text{N} = 1\;\text{kg} \cdot \text{m/s}^2\). Ein Newton ist ungefähr die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade (\(\approx 100\;\text{g}\)).

📘 Gewichtskraft und Masse

Die Masse \(m\) (in kg) ist ein Mass für die Stoffmenge eines Körpers und überall im Universum gleich. Die Gewichtskraft \(F_G\) ist dagegen die Kraft, mit der ein Himmelskörper an dieser Masse zieht:

\[ F_G = m \cdot g \]

Mit dem Ortsfaktor \(g = 9.81\;\text{m/s}^2\) auf der Erde. Auf dem Mond ist \(g\) rund sechsmal kleiner — die Masse bleibt, die Gewichtskraft sinkt.

📘 Normalkraft

Liegt ein Körper auf einer Unterlage, drückt diese mit der Normalkraft \(F_N\) zurück. Sie steht immer senkrecht zur Auflagefläche und verhindert, dass der Körper durch die Unterlage fällt. Auf waagrechtem Boden ist sie betragsgleich der Gewichtskraft: \(F_N = F_G\).

📘 Gesamtkraft (resultierende Kraft)

Auf einen Körper wirken oft mehrere Kräfte gleichzeitig. Für die Bewegung zählt nur ihre vektorielle Summe, die Gesamtkraft \(\vec{F}_{\text{ges}} = \sum \vec{F}_i\). Nur sie bestimmt, ob und wie stark der Körper beschleunigt.

✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Die SI-Einheit der Kraft ist …

  • Joule
  • Newton
  • Watt
Lösung anzeigen
B. Die Kraft wird in Newton gemessen: \(1\;\text{N} = 1\;\text{kg}\cdot\text{m/s}^2\).
Lückentext

Eine Kraft ist eine Grösse — sie besitzt Betrag und Richtung.

Lösung anzeigen
vektorielle (im Gegensatz zur skalaren Masse).
Kurze Rechnung

Wie gross ist die Gewichtskraft einer Masse von \(5\;\text{kg}\)? (\(g = 9.81\;\text{m/s}^2\))

Lösung anzeigen
\(F_G = m\cdot g = 5 \cdot 9.81 = 49.05\;\text{N}\).
Transfer

Ein Astronaut hat auf dem Mond (\(g_M \approx 1.62\;\text{m/s}^2\)) dieselbe Masse wie auf der Erde. Was ändert sich, was bleibt gleich?

Lösungsweg anzeigen
Die Masse bleibt gleich (Stoffeigenschaft). Die Gewichtskraft sinkt: \(F = m\,g_M\), also rund ein Sechstel der Erd-Gewichtskraft.

Federkraft — das Hookesche Gesetz

Eine der einfachsten messbaren Kräfte ist die Federkraft. Hängt man Gewichte an eine Schraubenfeder, dehnt sie sich — und zwar doppelte Last, doppelte Dehnung. Kraft und Verlängerung sind direkt proportional. Robert Hooke hielt diesen Zusammenhang im 17. Jahrhundert fest:

\[ F = D \cdot s \]

Dabei ist \(s\) die Verlängerung der Feder und \(D\) die Federkonstante (in N/m) — die Steigung der Geraden im Kraft-Weg-Diagramm. Eine grosse Federkonstante bedeutet eine harte Feder.

Animation 1 · Federkraft und Kraft-Weg-Diagramm

✓ Erkenntnis
80 N/m
0.10 m
Aktuelle Federkraft
Federkraft \(F\)8.0 N
Dehnung \(s\)0.100 m
Steigung \(D = F/s\)80 N/m
🪝 Feder mit angehängter Last
📈 \(F(s)\) — Gerade durch den Ursprung
✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Verdoppelt man die Dehnung einer Feder, so …

  • bleibt die Kraft gleich
  • verdoppelt sich die Kraft
  • vervierfacht sich die Kraft
Lösung anzeigen
B. Nach \(F = D\cdot s\) ist die Kraft proportional zur Dehnung.
Lückentext

Im Hookeschen Gesetz ist die Federkraft zur Dehnung.

Lösung anzeigen
proportional — \(F = D\cdot s\).
Kurze Rechnung

Eine Feder mit \(D = 200\;\text{N/m}\) wird um \(s = 0.15\;\text{m}\) gedehnt. Federkraft?

Lösung anzeigen
\(F = D\cdot s = 200 \cdot 0.15 = 30\;\text{N}\).
Transfer

Zwei gleiche Federn (je \(D = 200\;\text{N/m}\)) werden parallel an dieselbe Last gehängt. Welche Federkonstante hat die Kombination?

Lösungsweg anzeigen
Parallel addieren sich die Federkonstanten: \(D_{\text{ges}} = D_1 + D_2 = 400\;\text{N/m}\) — die Anordnung ist steifer.

Das Grundgesetz: \(F = m \cdot a\)

Das zweite Newtonsche Gesetz verknüpft Kraft, Masse und Beschleunigung. Es ist das Herzstück der gesamten Mechanik:

🔷 Bewegungsgesetz

Die Gesamtkraft auf einen Körper ist gleich dem Produkt aus seiner Masse und seiner Beschleunigung:

\[ \vec{F}_{\text{ges}} = m \cdot \vec{a} \]

Kraft und Beschleunigung zeigen immer in dieselbe Richtung. Doppelte Kraft bei gleicher Masse bedeutet doppelte Beschleunigung; doppelte Masse bei gleicher Kraft bedeutet halbe Beschleunigung. Aufgelöst nach der Beschleunigung: \(a = F_{\text{ges}}/m\).

Animation 2 · Wagen auf reibungsfreier Bahn

✓ Erkenntnis
12 N
2.0 kg
Beschleunigung \(a\)6.0 m/s²
Geschwindigkeit \(v\)0.0 m/s
Weg \(s\)0.00 m
Zeit \(t\)0.00 s
🛒 Beschleunigter Wagen
✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Bei gleicher Kraft erfährt die doppelte Masse …

  • die doppelte Beschleunigung
  • die halbe Beschleunigung
  • dieselbe Beschleunigung
Lösung anzeigen
B. Aus \(a = F/m\) folgt: doppelte Masse → halbe Beschleunigung.
Lückentext

Das Grundgesetz der Mechanik lautet \(F = m \cdot\) .

Lösung anzeigen
\(a\) — Kraft gleich Masse mal Beschleunigung.
Kurze Rechnung

Welche Beschleunigung erfährt \(m = 4\;\text{kg}\) unter \(F = 12\;\text{N}\)?

Lösung anzeigen
\(a = \dfrac{F}{m} = \dfrac{12}{4} = 3\;\text{m/s}^2\).
Transfer

Eine Kraft von \(20\;\text{N}\) wirkt \(3\;\text{s}\) lang auf einen ruhenden Körper (\(m = 5\;\text{kg}\)). Welche Geschwindigkeit erreicht er?

Lösungsweg anzeigen
\(a = \dfrac{F}{m} = \dfrac{20}{5} = 4\;\text{m/s}^2\); \(\;\; v = a\cdot t = 4 \cdot 3 = 12\;\text{m/s}\).

Das Trägheitsgesetz — Körper bleiben, wie sie sind

Das erste Newtonsche Gesetz folgt direkt aus dem Grundgesetz: Wirkt keine Gesamtkraft (\(F_{\text{ges}} = 0\)), so ist auch die Beschleunigung null. Der Körper behält seinen Bewegungszustand bei — er bleibt in Ruhe oder bewegt sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit weiter. Diese Eigenschaft heisst Trägheit.

Animation 3 · Ungesicherte Kiste auf dem Lieferwagen

✓ Erkenntnis
Position Wagen0.0 m
Position Kiste1.7 m
Kraft auf Kiste0 N
🚚 Lieferwagen mit ungesicherter Ladung
⚠ Häufiger Fehler

Die mitfahrende Person meint, eine Kraft schiebe die Kiste nach hinten. Aus einem ruhenden Bezugssystem (z.B. am Strassenrand) sieht man aber: Auf die Kiste wirkt keine waagrechte Kraft — sie bleibt einfach stehen, während der Wagen anfährt. Newtons Gesetze gelten nur in solchen unbeschleunigten Bezugssystemen (Inertialsystemen). „Trägheitskräfte" sind Scheinkräfte, die wir hier vermeiden.

❓ Was passiert, wenn ein Auto auf der Strasse von Haft- in Gleitreibung wechselt?

Sobald die Reifen durchdrehen oder blockieren, wirkt nur noch die kleinere Gleitreibung. Der Wagen wird schlechter gebremst und schwerer lenkbar — deshalb verhindert das ABS das Blockieren der Räder.

✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Auf einen Körper wirkt keine resultierende Kraft. Dann …

  • bleibt er in Ruhe oder bewegt sich gleichförmig weiter
  • bleibt er immer stehen
  • beschleunigt er gleichmässig
Lösung anzeigen
A. Ohne resultierende Kraft bleibt der Bewegungszustand erhalten (Trägheitsgesetz).
Lückentext

Das Trägheitsgesetz ist das Newtonsche Gesetz.

Lösung anzeigen
erste (1.).
Kurze Rechnung

Ein Puck gleitet reibungsfrei mit \(8\;\text{m/s}\). Welche Kraft hält ihn in konstanter Bewegung?

Lösung anzeigen
Keine — \(F = 0\;\text{N}\). Ohne Reibung bleibt die Geschwindigkeit von selbst erhalten.
Transfer

Warum wird man bei einer Vollbremsung nach vorne geschleudert, wenn man nicht angeschnallt ist?

Lösungsweg anzeigen
Wegen der Trägheit behält der Körper seine Geschwindigkeit, während das Auto bremst. Ohne Gurt wirkt keine bremsende Kraft auf den Körper.

Reibung — Haften und Gleiten

Reibung wirkt zwischen sich berührenden Oberflächen und immer gegen die Bewegung bzw. die Bewegungstendenz. Sie wird über die Normalkraft berechnet:

🔷 Reibungsgesetz

Die maximale Reibungskraft ist proportional zur Normalkraft:

\[ F_R = \mu \cdot F_N \]

Die Reibungszahl \(\mu\) ist dimensionslos und hängt von den beteiligten Materialien ab. Solange der Körper haftet, ist \(\mu = \mu_{\text{H}}\) (Haftreibungszahl) und die Reibung passt sich der Zugkraft an — bis zum Maximalwert \(\mu_{\text{H}} \cdot F_N\). Wird dieser überschritten, beginnt der Körper zu gleiten; dann wirkt die meist kleinere Gleitreibung \(\mu_{\text{G}} \cdot F_N\).

Animation 4 · Haftreibung kippt in Gleitreibung

✓ Erkenntnis
8 kg
20 N
max. Haftreibung47 N
Reibungskraft \(F_R\)20 N
Zustandhaftet
📦 Kiste mit Zugkraft (\(\mu_{\text{H}} = 0.60\), \(\mu_{\text{G}} = 0.45\))
📈 Reibungskraft über Zugkraft
✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Die maximale Haftreibung ist bei den meisten Materialpaarungen …

  • kleiner als die Gleitreibung
  • grösser als die Gleitreibung
  • genau gleich gross
Lösung anzeigen
B. Erst muss die Haftreibung überwunden werden; danach fällt die Reibung auf den kleineren Gleitwert.
Lückentext

Die Reibungskraft hängt von der Normalkraft ab: \(F_R = \mu \cdot\) .

Lösung anzeigen
\(F_N\) — Reibungszahl mal Normalkraft.
Kurze Rechnung

Ein Klotz drückt mit \(F_N = 50\;\text{N}\), \(\mu_G = 0.30\). Gleitreibung?

Lösung anzeigen
\(F_G = \mu_G \cdot F_N = 0.30 \cdot 50 = 15\;\text{N}\).
Transfer

Warum bremst ein Auto mit blockierenden Rädern schlechter als eines mit ABS (Räder kurz vor dem Blockieren)?

Lösungsweg anzeigen
Blockierte Räder gleiten — es wirkt die kleinere Gleitreibung. Rollende Räder nutzen die grössere maximale Haftreibung, daher kürzerer Bremsweg.

Schiefe Ebene — Kräfte zerlegen

Auf einer schiefen Ebene wird die Gewichtskraft in zwei Komponenten zerlegt: die Hangabtriebskraft \(F_H\) parallel zur Ebene (sie treibt den Körper hangabwärts) und die senkrecht zur Ebene wirkende Komponente, die von der Normalkraft ausgeglichen wird.

🔷 Herleitung

Bei einem Neigungswinkel \(\alpha\) zerfällt die Gewichtskraft \(F_G = m g\) in:

\[ F_H = m \cdot g \cdot \sin\alpha \qquad F_N = m \cdot g \cdot \cos\alpha \]

Die Reibung wirkt der Bewegung entgegen mit \(F_R = \mu \cdot F_N = \mu \cdot m g \cos\alpha\). Beim Hinabrutschen lautet das Grundgesetz entlang der Ebene:

\[ m \cdot a = F_H - F_R = m g \sin\alpha - \mu\, m g \cos\alpha \]

Die Masse kürzt sich heraus — die Beschleunigung hängt nur von Winkel und Reibung ab:

\[ a = g \cdot (\sin\alpha - \mu \cdot \cos\alpha) \]

Animation 5 · Kräfte am Hang

✓ Erkenntnis
30°
0.10
Beschleunigung entlang der Ebene
Masse (fest)1.0 kg
Hangabtrieb \(F_H\)4.90 N
Normalkraft \(F_N\)8.50 N
Reibkraft \(F_R\)0.85 N
⛰ Kräftezerlegung an der schiefen Ebene
✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Beim Erhöhen des Neigungswinkels nimmt die Hangabtriebskraft …

  • ab
  • zu
  • bleibt gleich
Lösung anzeigen
B. \(F_H = m g \sin\alpha\) — mit grösserem \(\alpha\) wächst \(\sin\alpha\).
Lückentext

Die Hangabtriebskraft ist \(F_H = m g \cdot\) des Neigungswinkels.

Lösung anzeigen
dem Sinus — \(F_H = m g \sin\alpha\).
Kurze Rechnung

Körper (\(m = 2\;\text{kg}\)) auf einer Ebene mit \(\alpha = 30°\). Hangabtriebskraft? (\(g = 9.81\), \(\sin 30° = 0.5\))

Lösung anzeigen
\(F_H = m g \sin\alpha = 2 \cdot 9.81 \cdot 0.5 = 9.81\;\text{N}\).
Transfer

Ab welchem Neigungswinkel beginnt ein Körper zu rutschen, wenn \(\mu_H = 0.5\)?

Lösungsweg anzeigen
Rutschbeginn bei \(\tan\alpha = \mu_H\): \(\alpha = \arctan(0.5) \approx 26.6°\) — unabhängig von der Masse.

Kreisbewegung — die Kraft zur Mitte

Auch eine Kurvenfahrt bei gleichbleibendem Tempo ist ein Fall für das Grundgesetz. Die Kinematik hat in 4.1 gezeigt: Auf der Kreisbahn ändert sich die Richtung der Geschwindigkeit ununterbrochen, und genau das ist eine Beschleunigung — die Zentripetalbeschleunigung \(a_z = v^2/r\), gerichtet zum Mittelpunkt. Wo eine Beschleunigung ist, muss nach \(F = m\,a\) auch eine Kraft sein.

📘 Zentripetalkraft

Die Zentripetalkraft \(F_z\) ist die Gesamtkraft, die einen Körper auf der Kreisbahn hält. Sie zeigt immer zum Mittelpunkt:

\[ F_z = m \cdot a_z = \frac{m \cdot v^2}{r} = m \cdot \omega^2 \cdot r \]

Sie ist keine neue Art von Kraft. Zentripetalkraft ist eine Rolle, die eine vorhandene Kraft übernimmt: bei der Kurvenfahrt die Haftreibung zwischen Reifen und Strasse, beim Hammerwerfen der Zug des Drahtes, beim Mond die Gravitation, beim Karussell die Seilkraft.

⚠️ Die «Zentrifugalkraft»

Im Auto wird man in der Kurve nach aussen gedrückt — nach einer Kraft nach aussen sucht man in einer Zeichnung des Autos aber vergeblich. Von der Strasse aus gesehen wirkt nur die Haftreibung nach innen; ohne sie flöge das Auto geradeaus weiter (Trägheitsgesetz). Was man spürt, ist die Türe, die einen auf die Kreisbahn zwingt.

Erst wer sich mitdrehend beschreibt, braucht eine nach aussen gerichtete Scheinkraft — dieselbe Konstruktion wie bei der Kiste im anfahrenden Lieferwagen. Im ruhenden Bezugssystem gibt es sie nicht.

🟢 Beispiel — Auto in der Kurve

Ein Auto von \(1000\;\text{kg}\) fährt mit \(15\;\text{m/s}\) (das sind \(15 \cdot 3.6 = 54\;\text{km/h}\)) durch eine Kurve mit \(r = 30\;\text{m}\).

Ansatz: \(F_z = \dfrac{m \cdot v^2}{r}\). Erst die Beschleunigung, dann die Kraft:

\[ a_z = \frac{v^2}{r} = \frac{(15\;\text{m/s})^2}{30\;\text{m}} = 7.5\;\frac{\text{m}}{\text{s}^2} \] \[ F_z = m \cdot a_z = 1000\;\text{kg} \cdot 7.5\;\frac{\text{m}}{\text{s}^2} = 7500\;\text{N} \]

Diese Kraft muss die Haftreibung aufbringen. Aus \(F_z \le \mu_H \cdot m g\) folgt die nötige Reibungszahl:

\[ \mu_{\min} = \frac{a_z}{g} = \frac{7.5}{9.81} = 0.76 \]

Auf trockenem Asphalt (\(\mu_H \approx 0.8\)) geht das knapp. Bei doppeltem Tempo wäre \(a_z\) vierfach — \(30\;\text{m/s}^2\) und \(\mu_{\min} = 3.1\). Keine Strasse leistet das; das Auto trägt geradeaus aus der Kurve.

Animation 6 · Zentripetalkraft in der Kurve

✓ Erkenntnis
15 m/s
30 m
Zentripetalkraft bei \(m = 1000\;\text{kg}\)
Zentripetalbeschleunigung \(a_z\)7.50 m/s²
Zentripetalkraft \(F_z\)7500 N
nötige Reibungszahl \(\mu_{\min}\)0.76
🔄 Bahn von oben gesehen
❓ Ein Körper fährt mit konstantem Tempo im Kreis. Wirkt eine Gesamtkraft auf ihn?

Ja. Konstant ist nur der Betrag der Geschwindigkeit, nicht ihre Richtung — und eine Richtungsänderung ist eine Beschleunigung. Nach \(F = m\,a\) gehört dazu eine Gesamtkraft, und sie zeigt zum Mittelpunkt. Sie ändert das Tempo nicht, weil sie senkrecht auf der Bewegungsrichtung steht: Sie verrichtet keine Arbeit (\(\cos 90° = 0\), siehe 4.3).

✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Wohin zeigt die Zentripetalkraft?

  • in Bewegungsrichtung
  • nach aussen, vom Mittelpunkt weg
  • zum Mittelpunkt der Kreisbahn
Lösung anzeigen
C. Sie steht senkrecht auf der Geschwindigkeit und zeigt immer zur Mitte — darum ändert sie die Richtung, nicht das Tempo.
Lückentext

Bei doppelter Geschwindigkeit ist die Zentripetalkraft so gross.

Lösung anzeigen
viermal — \(F_z \propto v^2\).
Kurze Rechnung

Ein Kettenkarussell dreht mit \(\omega = 1.5\;\text{rad/s}\) bei \(r = 2.0\;\text{m}\). Welche Kraft hält eine Person von \(60\;\text{kg}\) auf der Bahn?

Lösung anzeigen
\(a_z = \omega^2 r = 1.5^2 \cdot 2.0 = 4.5\;\text{m/s}^2\), also \(F_z = 60 \cdot 4.5 = 270\;\text{N}\) — aufgebracht von den Ketten.
Transfer

Warum wird einem in der Kurve «nach aussen gedrückt», obwohl keine Kraft nach aussen wirkt?

Lösungsweg anzeigen
Der Körper will nach dem Trägheitsgesetz geradeaus weiter. Das Auto biegt darunter weg, und Türe oder Gurt zwingen einen auf die Kreisbahn — diese Kraft wirkt nach innen. Nur wer sich im mitdrehenden Bezugssystem beschreibt, führt dafür eine Scheinkraft nach aussen ein.

Das Wechselwirkungsgesetz — actio = reactio

Das dritte Newtonsche Gesetz besagt: Kräfte treten immer paarweise auf. Übt Körper 1 eine Kraft auf Körper 2 aus, so übt Körper 2 gleichzeitig eine betragsgleiche, entgegengesetzt gerichtete Kraft auf Körper 1 aus. Die beiden Kräfte greifen an verschiedenen Körpern an und heben sich darum nicht auf.

Animation 7 · Zwei Wagen stossen sich ab

✓ Erkenntnis
2.0 kg
4.0 kg
Kraft (beide)gleich gross
Tempo links \(v_1\)0.0 m/s
Tempo rechts \(v_2\)0.0 m/s
🛷 Abstossen über eine gespannte Feder
🟣 Die drei Newtonschen Gesetze
  1. Trägheitsgesetz: Ohne Gesamtkraft bleibt die Geschwindigkeit konstant.
  2. Grundgesetz: \(\vec{F}_{\text{ges}} = m \cdot \vec{a}\) — Gesamtkraft gleich Masse mal Beschleunigung.
  3. Wechselwirkungsgesetz: actio = reactio — Kräfte treten paarweise und entgegengesetzt auf.
❓ Was passiert mit der Beschleunigung am Hang, wenn du die Masse verdoppelst?

Sie bleibt gleich. In \(a=g(\sin\alpha-\mu\cos\alpha)\) kürzt sich die Masse heraus — eine schwere und eine leichte Kiste rutschen bei gleichem Winkel und Reibwert gleich schnell.

✏️ Mini-Check
Multiple Choice

Du drückst mit \(50\;\text{N}\) gegen eine feste Wand. Wie gross ist die Gegenkraft der Wand auf dich?

  • \(0\;\text{N}\)
  • \(50\;\text{N}\)
  • hängt von der Wand ab
Lösung anzeigen
B. Nach actio = reactio drückt die Wand mit genau \(50\;\text{N}\) zurück.
Lückentext

Kraft und Gegenkraft sind gleich gross und gerichtet.

Lösung anzeigen
entgegengesetzt — sie greifen an verschiedenen Körpern an.
Kurze Rechnung

Eine Rakete stösst Gas mit \(F = 8000\;\text{N}\) nach unten. Schubkraft nach oben?

Lösung anzeigen
\(8000\;\text{N}\) — die Gegenkraft ist gleich gross und entgegengesetzt.
Transfer

Zwei Schlittschuhläufer (\(60\;\text{kg}\) und \(40\;\text{kg}\)) stossen sich ab. Der schwerere gleitet mit \(2\;\text{m/s}\) weg. Wie schnell der leichtere?

Lösungsweg anzeigen
Impulserhaltung: \(m_1 v_1 = m_2 v_2 \Rightarrow 60 \cdot 2 = 40 \cdot v_2 \Rightarrow v_2 = 3\;\text{m/s}\).

Aufgaben

🟠 A1Werte ablesen — Federkraft

Stelle in Animation 1 die Federkonstante auf \(D = 120\;\text{N/m}\) und die Dehnung auf \(s = 0.15\;\text{m}\). Lies die Federkraft ab und prüfe sie mit dem Hookeschen Gesetz. Welche Masse müsste man anhängen, um genau diese Kraft zu erzeugen?

🟢 Lösung

Mit \(F = D \cdot s\):

\[ F = 120\;\text{N/m} \cdot 0.15\;\text{m} = 18\;\text{N} \]

Aus \(F = m \cdot g\) folgt die Masse: \(m = F/g = 18 / 9.81 \approx 1.83\;\text{kg}\). Die Live-Anzeige bestätigt die Federkraft von \(18\;\text{N}\).

🟠 A2Einkaufswagen anschieben

Ein voll beladener Einkaufswagen hat eine Masse von \(24\;\text{kg}\). Eine Person schiebt ihn mit einer konstanten Kraft von \(36\;\text{N}\) an. Die Reibung sei vernachlässigbar.

  1. Welche Beschleunigung erfährt der Wagen?
  2. Welche Geschwindigkeit hat er nach \(3.0\;\text{s}\) aus dem Stand?
🟢 Lösung
  1. Aus dem Grundgesetz \(F = m \cdot a\): \[ a = \frac{F}{m} = \frac{36\;\text{N}}{24\;\text{kg}} = 1.5\;\text{m/s}^2 \]
  2. Bei konstanter Beschleunigung aus dem Stand: \[ v = a \cdot t = 1.5\;\text{m/s}^2 \cdot 3.0\;\text{s} = 4.5\;\text{m/s} \] Umgerechnet: \(4.5\;\text{m/s} = 4.5 \cdot 3600\;\text{m/h} = 16\,200\;\text{m/h} = 16.2\;\text{km/h}\).
🟠 A3Kiste über den Boden ziehen

Eine Kiste der Masse \(30\;\text{kg}\) steht auf einem waagrechten Boden. Die Haftreibungszahl beträgt \(\mu_{\text{H}} = 0.50\), die Gleitreibungszahl \(\mu_{\text{G}} = 0.35\).

  1. Wie gross ist die maximale Haftreibungskraft? Reicht eine waagrechte Zugkraft von \(120\;\text{N}\), um die Kiste in Bewegung zu setzen?
  2. Sobald sie gleitet, wird weiter mit \(150\;\text{N}\) gezogen. Welche Beschleunigung stellt sich ein?
🟢 Lösung
  1. Auf waagrechtem Boden ist \(F_N = m g = 30 \cdot 9.81 = 294\;\text{N}\). Maximale Haftreibung: \[ F_{\text{H,max}} = \mu_{\text{H}} \cdot F_N = 0.50 \cdot 294 = 147\;\text{N} \] Da \(120\;\text{N} < 147\;\text{N}\), bleibt die Kiste in Ruhe — die Zugkraft reicht nicht.
  2. Beim Gleiten wirkt \(F_G^{\text{Reib}} = \mu_{\text{G}} \cdot F_N = 0.35 \cdot 294 = 103\;\text{N}\). Gesamtkraft: \(F_{\text{ges}} = 150 - 103 = 47\;\text{N}\). Beschleunigung: \[ a = \frac{F_{\text{ges}}}{m} = \frac{47}{30} \approx 1.57\;\text{m/s}^2 \]
🟠 A4Snowboarderin am Hang

Eine Snowboarderin (Masse mit Ausrüstung \(65\;\text{kg}\)) fährt einen \(22°\) steilen Hang hinunter. Die Gleitreibungszahl zwischen Board und Schnee beträgt \(\mu = 0.08\).

  1. Berechne Hangabtriebskraft und Reibungskraft.
  2. Wie gross ist ihre Beschleunigung den Hang hinunter?
🟢 Lösung
  1. Hangabtriebskraft: \(F_H = m g \sin\alpha = 65 \cdot 9.81 \cdot \sin 22° \approx 239\;\text{N}\). Normalkraft: \(F_N = m g \cos\alpha = 65 \cdot 9.81 \cdot \cos 22° \approx 591\;\text{N}\). Reibung: \[ F_R = \mu \cdot F_N = 0.08 \cdot 591 \approx 47\;\text{N} \]
  2. Mit \(a = g(\sin\alpha - \mu\cos\alpha)\): \[ a = 9.81 \cdot (\sin 22° - 0.08 \cdot \cos 22°) \approx 2.96\;\text{m/s}^2 \] Zur Kontrolle: \((239 - 47)/65 \approx 2.95\;\text{m/s}^2\).
🟠 A5Fallmaschine nach Atwood

Über eine reibungsfrei gelagerte Rolle läuft ein Faden, an dessen Enden zwei Massen hängen: \(m_1 = 0.55\;\text{kg}\) und \(m_2 = 0.45\;\text{kg}\). Faden und Rolle seien masselos.

  1. Welche Beschleunigung erfahren die beiden Massen?
  2. Wie gross ist die Fadenkraft während der Bewegung?
🟢 Lösung
  1. Der Antrieb ist die Differenz der Gewichtskräfte, beschleunigt werden aber beide Massen zusammen: \[ a = \frac{(m_1 - m_2)\,g}{m_1 + m_2} = \frac{(0.55 - 0.45) \cdot 9.81}{1.00} \approx 0.981\;\text{m/s}^2 \]
  2. Wir betrachten nur die aufsteigende Masse \(m_2\). Für sie gilt \(F_{\text{Faden}} - m_2 g = m_2 a\), also: \[ F_{\text{Faden}} = m_2 (g + a) = 0.45 \cdot (9.81 + 0.981) \approx 4.86\;\text{N} \] Kontrolle mit \(m_1\): \(m_1(g-a) = 0.55 \cdot (9.81 - 0.981) \approx 4.86\;\text{N}\) — stimmt überein.
🟠 A6Scheinbares Gewicht im Aufzug

Eine Person (Masse \(70\;\text{kg}\)) steht in einem Aufzug auf einer Personenwaage. Die Waage zeigt die Normalkraft an, mit der sie gegen die Füsse drückt.

  1. Was zeigt die Waage (in N) bei konstanter Fahrt oder im Stillstand?
  2. Der Aufzug fährt mit \(a = 1.8\;\text{m/s}^2\) nach oben an. Was zeigt die Waage jetzt?
  3. Beim Bremsen der Aufwärtsfahrt wirkt \(a = 1.8\;\text{m/s}^2\) nach unten. Was zeigt die Waage?
🟢 Lösung

Auf die Person wirken die Gewichtskraft \(F_G = mg\) (nach unten) und die Normalkraft \(F_N\) der Waage (nach oben). Das Grundgesetz in vertikaler Richtung (positiv nach oben) lautet \(F_N - mg = m a\), also \(F_N = m(g + a)\).

  1. Ruhe oder konstante Fahrt: \(a = 0\), also \(F_N = mg = 70 \cdot 9.81 = 687\;\text{N}\) — das „normale" Gewicht.
  2. Beschleunigung nach oben (\(a = +1.8\;\text{m/s}^2\)): \[ F_N = 70 \cdot (9.81 + 1.8) = 813\;\text{N} \] Man fühlt sich schwerer.
  3. Beschleunigung nach unten (\(a = -1.8\;\text{m/s}^2\)): \[ F_N = 70 \cdot (9.81 - 1.8) = 561\;\text{N} \] Man fühlt sich leichter. Im freien Fall (\(a = -g\)) wäre \(F_N = 0\) — Schwerelosigkeit.

Zusammenfassung

Grösse / GesetzFormelBemerkung
Grundgesetz (2. Newton)\(\vec{F}_{\text{ges}} = m \cdot \vec{a}\)Kraft und Beschleunigung gleichgerichtet
Gewichtskraft\(F_G = m \cdot g\)\(g = 9.81\;\text{m/s}^2\)
Federkraft (Hooke)\(F = D \cdot s\)\(D\) = Federkonstante in N/m
Reibungskraft\(F_R = \mu \cdot F_N\)\(\mu_{\text{H}} \ge \mu_{\text{G}}\)
Hangabtriebskraft\(F_H = m g \sin\alpha\)parallel zur Ebene
Normalkraft (Hang)\(F_N = m g \cos\alpha\)senkrecht zur Ebene
Beschleunigung am Hang\(a = g(\sin\alpha - \mu\cos\alpha)\)massenunabhängig
Zentripetalkraft\(F_z = \dfrac{m v^2}{r} = m \omega^2 r\)zeigt zur Mitte; hält den Körper auf der Kreisbahn
Atwood-Maschine\(a = \dfrac{(m_1-m_2)g}{m_1+m_2}\)beide Massen beschleunigt

Kernpunkte

Eine Kraft ist die Ursache jeder Bewegungsänderung. Nur die Gesamtkraft zählt: ist sie null, bleibt die Geschwindigkeit konstant (Trägheit); ist sie ungleich null, beschleunigt der Körper gemäss \(\vec{F}_{\text{ges}} = m\,\vec{a}\). Und jede Kraft hat eine gleich grosse Gegenkraft am anderen Körper.

Clips

Clips zu den Animationen — was jede Animation zeigt

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Transkripte — der gesprochene Text zum Mitlesen

Kraft-Weg-Diagramm: die Steigung verrät, wie hart die Feder ist

  1. 0:00In der Animation hast du eine Feder gedehnt und ihre Kraft im Diagramm abgelesen. Wie hart eine Feder ist, siehst du dort an einer einzigen Grösse: an der Steigung.
  2. 0:10Stell die Federkonstante auf achtzig Newton pro Meter und die Dehnung auf null Komma eins null Meter. Die Feder zieht mit acht Newton. Im Diagramm ist das der rote Punkt, und er liegt auf einer Geraden durch den Ursprung.
  3. 0:22Zieh die Dehnung auf null Komma zwei null Meter, also das Doppelte. Die Kraft steigt auf sechzehn Newton, ebenfalls das Doppelte. Der Punkt wandert auf derselben Geraden nach oben: Die Kraft ist proportional zur Dehnung.
  4. 0:36Jetzt verdoppelst du die Federkonstante auf hundertsechzig Newton pro Meter. Die Gerade wird doppelt so steil. Das Steigungsdreieck zeigt es: Auf null Komma null acht Meter wächst die Kraft um zwölf Komma acht Newton. Diese Steigung ist die Federkonstante.
  5. 0:50Im Modus Masse anhängen hängen null Komma acht Kilogramm an der weichen Feder. Die Gewichtskraft beträgt rund sieben Komma acht fünf Newton. Die Feder dehnt sich, bis ihre Kraft genau so gross ist: um knapp zehn Zentimeter.
  6. 1:04Merke: Die Federkraft ist proportional zur Dehnung. Im Kraft-Weg-Diagramm entsteht eine Gerade durch den Ursprung, und ihre Steigung ist die Federkonstante. Das gilt, solange du die Feder nicht überdehnst.

Wagen auf der Bahn: was doppelte Masse und doppelte Kraft bewirken

  1. 0:00In der Animation zieht eine Kraft einen Wagen über eine reibungsfreie Bahn. Du hast Kraft und Masse verändert. Was bewirkt das bei der Beschleunigung?
  2. 0:09Zwölf Newton ziehen einen Wagen von zwei Kilogramm. Die Beschleunigung ist Kraft durch Masse: sechs Meter pro Sekunde im Quadrat. Nach einer Sekunde fährt der Wagen sechs Meter pro Sekunde.
  3. 0:21Jetzt verdoppelst du die Masse auf vier Kilogramm, die Kraft bleibt bei zwölf Newton. Die Beschleunigung halbiert sich auf drei Meter pro Sekunde im Quadrat. Nach einer Sekunde ist der Wagen nur halb so schnell. Der schwerere Wagen ist träger.
  4. 0:35Die Kraft bleibt die ganze Fahrt über gleich. Darum wächst die Geschwindigkeit gleichmässig: nach einer Sekunde drei, nach zwei Sekunden sechs Meter pro Sekunde. Die Bewegung ist gleichmässig beschleunigt.
  5. 0:47Verdopple nun auch die Kraft auf vierundzwanzig Newton. Die Beschleunigung ist wieder sechs Meter pro Sekunde im Quadrat, genau wie im ersten Lauf. Es zählt nicht die Kraft allein, sondern Kraft durch Masse.
  6. 0:59Merke: Die Beschleunigung ist Kraft durch Masse. Doppelte Masse bei gleicher Kraft halbiert sie. Und solange die Kraft konstant bleibt, wächst die Geschwindigkeit gleichmässig.

Strasse oder Ladefläche: wer sieht die Kiste rutschen?

  1. 0:00In der Animation steht eine lose Kiste auf der Ladefläche, und der Lieferwagen fährt an. Rutscht die Kiste nach hinten? Das hängt davon ab, von wo du zuschaust.
  2. 0:10Am Anfang stehen Wagen und Kiste still. Die Kiste steht vorne an der Rückwand des Führerhauses, bei eins Komma sieben Meter. Im Modell gleitet sie reibungsfrei auf der Ladefläche.
  3. 0:20Von der Strasse aus gesehen fährt der Wagen an, null Komma acht Meter weit. Die Kiste steht noch immer bei eins Komma sieben Meter. Auf sie wirkt keine waagrechte Kraft, also bleibt sie in Ruhe. Die Ladefläche gleitet unter ihr weg.
  4. 0:33Wechsle zum Bezugssystem Wagen. Gemessen ab der Hinterkante der Ladefläche war die Kiste eins Komma sieben Meter entfernt, jetzt noch null Komma neun. Für den Fahrer rutscht sie also nach hinten, obwohl nichts sie schiebt. Das liegt am Wagen: Er beschleunigt selbst, und darin gilt das Trägheitsgesetz nicht.
  5. 0:50Bald holt die hintere Bordwand die Kiste ein. Erst jetzt wirkt eine Kraft auf die Kiste, und von da an beschleunigt sie mit dem Wagen. Genau diesen Stoss vermeidet, wer seine Ladung sichert.
  6. 1:01Merke: Auf die lose Kiste wirkt keine waagrechte Kraft, also bleibt sie, wie sie ist. Der Wagen fährt unter ihr weg. Dass sie nach hinten zu rutschen scheint, sieht nur, wer im beschleunigten Wagen sitzt.

Reibungskraft über Zugkraft: erst mitwachsen, dann der Knick

  1. 0:00In der Animation ziehst du eine Kiste von acht Kilogramm immer stärker. Erst bewegt sie sich gar nicht, dann ruckt sie los. Das Diagramm rechts zeigt, was die Reibung dabei tut.
  2. 0:11Bei zwanzig Newton Zugkraft bleibt die Kiste stehen. Die Haftreibung hält genau dagegen, ebenfalls zwanzig Newton. Ziehst du stärker, wächst sie mit. Im Diagramm ist das der grüne Ast.
  3. 0:22Mitwachsen kann die Haftreibung nur bis zu einem Höchstwert: Haftreibungszahl mal Normalkraft. Mit null Komma sechs null und acht Kilogramm sind das rund siebenundvierzig Newton. Bei siebenundvierzig Newton Zugkraft haftet die Kiste gerade noch.
  4. 0:37Ein Newton mehr, und die Kiste reisst los. Jetzt wirkt die Gleitreibung, mit null Komma vier fünf nur rund fünfunddreissig Newton. Die Reibung fällt also plötzlich. Rund dreizehn Newton bleiben übrig und beschleunigen die Kiste: der Ruck.
  5. 0:51Verdopple die Masse auf sechzehn Kilogramm. Die Normalkraft verdoppelt sich, und mit ihr die maximale Haftreibung: rund vierundneunzig Newton. Sechzig Newton reichen jetzt nicht mehr, die Kiste haftet.
  6. 1:03Merke: Die Haftreibung passt sich der Zugkraft an, aber nur bis zur maximalen Haftreibung. Danach gleitet der Körper, und es wirkt die kleinere Gleitreibung. Losreissen braucht darum mehr Kraft als Weiterziehen.

Kräfte am Hang: haften oder rutschen?

  1. 0:00In der Animation liegt ein Klotz von einem Kilogramm auf einer schiefen Ebene. Du stellst den Winkel und die Reibungszahl ein. Wann bleibt er liegen, wann rutscht er?
  2. 0:10Bei dreissig Grad zerfällt die Gewichtskraft in den Hangabtrieb entlang der Ebene, vier Komma neun null Newton, und die Normalkraft senkrecht dazu, acht Komma fünf null Newton. Als Pfeile zusammengesetzt ergeben sie wieder die Gewichtskraft.
  3. 0:23Stell zwanzig Grad und die Reibungszahl null Komma fünf null ein. Die Haftreibung könnte bis zu vier Komma sechs eins Newton halten. Gebraucht werden nur drei Komma drei sechs Newton, genau der Hangabtrieb. Der Klotz bleibt liegen.
  4. 0:37Mach die Ebene steiler. Der Klotz rutscht, sobald der Hangabtrieb die grösste Haftreibung übertrifft, also ab Tangens Alpha gleich My. Bei null Komma fünf null sind das sechsundzwanzig Komma sechs Grad: Bei siebenundzwanzig Grad rutscht er.
  5. 0:52Bei vierzig Grad rutscht der Klotz deutlich. Der Hangabtrieb ist gewachsen, die Normalkraft und damit die Reibung kleiner geworden. Die Beschleunigung beträgt zwei Komma fünf fünf Meter pro Sekunde im Quadrat, und die Masse kommt darin nicht vor.
  6. 1:06Merke: Bis Tangens Alpha gleich My hält die Haftreibung genau dagegen. Darüber rutscht der Körper, und seine Beschleunigung hängt nicht von der Masse ab.

Zentripetalkraft in der Kurve: doppeltes Tempo, vierfache Kraft

  1. 0:00In der Animation fährt ein Auto von tausend Kilogramm durch eine Kurve, von oben gesehen. Du stellst das Tempo und den Radius ein. Welche Kraft hält es auf der Bahn?
  2. 0:11Bei fünfzehn Meter pro Sekunde und dreissig Meter Radius braucht das Auto siebentausendfünfhundert Newton. Die Geschwindigkeit zeigt entlang der Bahn, die Kraft zur Mitte. Sie stehen senkrecht: Die Kraft ändert die Richtung, nicht das Tempo.
  3. 0:25Bei zehn Meter pro Sekunde reichen dreitausenddreihundertdreiunddreissig Newton. Verdoppelst du auf zwanzig, sind es dreizehntausenddreihundertdreiunddreissig, viermal so viel. Das Tempo geht im Quadrat ein.
  4. 0:37Zurück auf fünfzehn Meter pro Sekunde, aber mit sechzig statt dreissig Meter Radius. Jetzt genügen dreitausendsiebenhundertfünfzig Newton, die Hälfte. Eine weite Kurve verlangt weniger Kraft.
  5. 0:49Diese Kraft muss die Haftreibung liefern. Bei sechzehn Meter pro Sekunde bräuchte es die Reibungszahl null Komma acht sieben. Trockener Asphalt schafft etwa null Komma acht: Das Auto trägt aus der Kurve.
  6. 1:02Merke: Die Zentripetalkraft zeigt zur Mitte, senkrecht zur Geschwindigkeit. Doppeltes Tempo verlangt die vierfache Kraft, doppelter Radius die halbe. Aufbringen muss sie in der Kurve die Haftreibung.

Zwei Wagen stossen sich ab: gleiche Kraft, ungleiches Tempo

  1. 0:00In der Animation stehen zwei Wagen mit einer gespannten Feder dazwischen. Du lässt los, und beide rollen auseinander. Welcher ist schneller?
  2. 0:09Die Feder drückt den linken Wagen nach links und den rechten nach rechts. Die roten Pfeile sind gleich lang, obwohl der rechte Wagen doppelt so schwer ist. Die beiden Kräfte greifen an verschiedenen Wagen an, darum heben sie sich nicht auf.
  3. 0:22Lass los. Der Wagen mit zwei Kilogramm erfährt dieselbe Kraft wie der mit vier, aber er hat nur die halbe Masse. Er wird doppelt so stark beschleunigt und fährt mit drei Meter pro Sekunde weg, der schwere nur mit eins Komma fünf null.
  4. 0:36Stell beide Wagen auf drei Kilogramm. Jetzt rollen sie spiegelbildlich auseinander, beide mit zwei Meter pro Sekunde. Wer drückt und wer gedrückt wird, lässt sich nicht unterscheiden.
  5. 0:46Nun ein Kilogramm gegen sechs. Der leichte Wagen fährt mit sechs Meter pro Sekunde, der schwere mit einem. Multiplizierst du Masse und Tempo, kommt auf beiden Seiten dasselbe heraus: sechs Kilogramm Meter pro Sekunde. Denn die Feder drückt beide gleich stark und gleich lange.
  6. 1:03Merke: Die Kräfte zwischen zwei Körpern sind immer gleich gross und entgegengesetzt. Der leichtere wird stärker beschleunigt und fährt schneller weg. Masse mal Tempo ist auf beiden Seiten gleich.

Das Trägheitsgesetz: warum die Kiste stehen bleibt

  1. 0:00Ein Lieferwagen fährt an, und die ungesicherte Kiste auf der Ladefläche rutscht nach hinten. Welche Kraft schiebt sie dorthin?
  2. 0:09Wirkt auf einen Körper keine Gesamtkraft, bleibt sein Bewegungszustand erhalten. Er ruht weiter oder fährt geradlinig mit gleicher Geschwindigkeit weiter.
  3. 0:18Auf die Kiste wirkt waagrecht nichts: keine Reibung, kein Seil, kein Schub. Also bleibt sie, wo sie ist — der Wagen fährt unter ihr weg.
  4. 0:27Wer im Wagen mitfährt, sieht das anders — dort scheint eine Kraft nach hinten zu ziehen. Newtons Gesetze gelten aber nur in unbeschleunigten Bezugssystemen.
  5. 0:36Wie stark sich ein Körper einer Änderung widersetzt, hängt allein an seiner Masse. Die Masse ist das Mass der Trägheit.
  6. 0:44Merke: Ohne Gesamtkraft ändert sich nichts am Bewegungszustand. Nicht die Bewegung braucht eine Kraft, sondern ihre Änderung.

Das Grundgesetz der Mechanik: Kraft ist Masse mal Beschleunigung

  1. 0:00Ein Wagen auf einer reibungsfreien Bahn, gezogen mit konstanter Kraft. Wie stark er beschleunigt, entscheiden genau zwei Grössen.
  2. 0:09Die Gesamtkraft auf einen Körper ist gleich seiner Masse mal seiner Beschleunigung. Kraft und Beschleunigung zeigen immer in dieselbe Richtung.
  3. 0:18Daraus folgt auch die Einheit der Kraft: Ein Newton beschleunigt ein Kilogramm um einen Meter je Sekundenquadrat.
  4. 0:26Zwölf Newton auf zwei Kilogramm ergeben sechs Meter je Sekundenquadrat. Dieselbe Kraft auf vier Kilogramm nur noch drei.
  5. 0:34Entscheidend ist immer die Summe aller Kräfte. Ziehen zwei gleich stark in entgegengesetzte Richtungen, ist die Gesamtkraft null — und nichts beschleunigt.
  6. 0:43Merke: Die Gesamtkraft ist Masse mal Beschleunigung. Ohne Gesamtkraft keine Beschleunigung — aber sehr wohl Bewegung.

Actio gleich reactio: warum Kräfte immer paarweise auftreten

  1. 0:00Du drückst mit fünfzig Newton gegen eine Wand. Wie stark drückt die Wand zurück?
  2. 0:09Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper eine Kraft auf einen zweiten aus, übt der zweite gleichzeitig eine gleich grosse, entgegengesetzte Kraft auf den ersten aus.
  3. 0:20Warum heben sich die beiden dann nicht auf? Weil sie an verschiedenen Körpern angreifen. Aufheben können sich nur Kräfte am selben Körper.
  4. 0:28Zwei Wagen stossen sich über eine Feder ab. Beide erfahren denselben Kraftbetrag — aber der leichtere wird stärker beschleunigt. Zehn Newton auf zwei Kilogramm ergeben fünf Meter je Sekundenquadrat, auf vier Kilogramm nur zwei Komma fünf.
  5. 0:42Jeder Antrieb beruht darauf: Das Gewehr stösst zurück, die Rakete beschleunigt, weil sie Gas nach hinten wirft, und beim Gehen drückt der Boden nach vorn.
  6. 0:51Merke: Kraft und Gegenkraft sind gleich gross, entgegengesetzt und greifen an verschiedenen Körpern an. Darum heben sie sich nie auf.

Das Hookesche Gesetz: doppelte Last, doppelte Dehnung

  1. 0:00Hängt man Gewichte an eine Feder, dehnt sie sich. Zwei Gewichte dehnen sie genau doppelt so weit wie eines.
  2. 0:09Robert Hooke hielt im siebzehnten Jahrhundert fest: Kraft und Verlängerung sind einander proportional. Im Kraft-Weg-Diagramm ergibt das eine Gerade durch den Ursprung.
  3. 0:20Ausgeschrieben: Die Federkraft ist Federkonstante mal Verlängerung.
  4. 0:27Die Federkonstante ist die Steigung der Geraden. Ein grosser Wert heisst harte Feder, ein kleiner weiche.
  5. 0:35Weil die Dehnung der Kraft proportional ist, lässt sich eine Feder mit einer gleichmässigen Skala versehen. Ein Kilogramm zieht auf der Erde mit neun Komma acht Newton und dehnt sie um knapp zehn Zentimeter.
  6. 0:47Merke: Federkraft ist Federkonstante mal Verlängerung. Die Konstante ist die Steigung im Kraft-Weg-Diagramm.

Haften und Gleiten: warum der erste Ruck der schwerste ist

  1. 0:00Eine schwere Kiste auf dem Boden: Der erste Ruck kostet Mühe, danach gleitet sie fast von allein weiter.
  2. 0:09Die Reibungskraft hängt nicht an der Auflagefläche, sondern an der Normalkraft und an den beteiligten Materialien.
  3. 0:17Solange der Körper ruht, passt sich die Haftreibung der Zugkraft genau an. Sie ist nie grösser als nötig — aber auch nie grösser als ihr Maximum.
  4. 0:26Wird das Maximum überschritten, ruckt der Körper los. Von da an wirkt die Gleitreibung, und die ist meist kleiner — deshalb wird es plötzlich leichter.
  5. 0:35Acht Kilogramm auf dem Boden drücken mit achtundsiebzig Komma fünf Newton. Bei einer Haftreibungszahl von null Komma sechs hält die Kiste bis siebenundvierzig Newton — danach genügen fünfunddreissig.
  6. 0:47Merke: Die Haftreibung passt sich an und hat ein Maximum. Die Gleitreibung ist kleiner und konstant.

Die schiefe Ebene: Gewichtskraft in zwei Richtungen zerlegt

  1. 0:00Eine Kiste auf einer Rampe: Bei kleinem Winkel bleibt sie liegen, ab einem bestimmten rutscht sie los. Was entscheidet darüber?
  2. 0:09Die Gewichtskraft zeigt senkrecht nach unten. Am Hang zerlegt man sie in eine Komponente längs der Ebene und eine senkrecht dazu.
  3. 0:18Über den Neigungswinkel kommen Sinus und Kosinus ins Spiel: der Hangabtrieb mit dem Sinus, die Normalkraft mit dem Kosinus.
  4. 0:25Gerutscht wird, sobald der Hangabtrieb die maximale Haftreibung übersteigt. Setzt man beide gleich, kürzen sich Masse und Erdbeschleunigung heraus.
  5. 0:35Dreissig Grad und eine Reibungszahl von null Komma eins: Die Beschleunigung hangabwärts beträgt vier Komma null sechs Meter je Sekundenquadrat.
  6. 0:44Merke: Am Hang wird die Gewichtskraft zerlegt. Der Sinus treibt hinunter, der Kosinus drückt auf die Ebene, und die Masse kürzt sich heraus.

Masse und Gewicht: was die Waage wirklich zeigt

  1. 0:00Die Packung wiegt ein Kilo, sagen wir. Physikalisch stecken darin zwei verschiedene Grössen.
  2. 0:09Die Masse sagt, wie viel Stoff im Körper steckt und wie träge er ist. Sie gehört zum Körper und ändert sich nicht, wenn er den Ort wechselt.
  3. 0:18Die Gewichtskraft ist die Kraft, mit der ein Himmelskörper an dieser Masse zieht. Sie ist Masse mal Ortsfaktor und wird in Newton gemessen.
  4. 0:26Auf dem Mond ist der Ortsfaktor nur ein Komma sechs zwei. Dieselbe Packung, ein Sechstel der Kraft — die Masse bleibt.
  5. 0:36Eine Küchenwaage misst die Kraft und rechnet mit dem Ortsfaktor der Erde in Kilogramm um. Auf dem Mond zeigte sie darum falsch.
  6. 0:44Die Einheit verrät, welche Grösse gemeint ist: Kilogramm ist Masse, Newton ist Kraft.

Zusatzmaterial

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